Friedrich-Ebert-Straße

Großaufgebot am Wochenende: Polizei kontrolliert Corona-Regeln auf der Partymeile

Einsatz auf der Partymeile: Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden am Wochenende auf der Friedrich-Ebert-Straße wieder präsent sein.
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Einsatz auf der Partymeile: Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden am Wochenende auf der Friedrich-Ebert-Straße wieder präsent sein.

Die Polizei will am Wochenende wieder auf der Friedrich-Ebert-Straße kontrollieren, ob die Corona-Regeln eingehalten werden.

Kassel – Auch an diesem Wochenende wollen Polizei und Ordnungsamt wieder eine deutliche Präsenz auf der Partymeile der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel zeigen. Schätzungsweise 60 Beamte waren dort am vergangenen Wochenende im Einsatz, um darauf zu achten, dass die vielen feiernden Menschen die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. So soll es auch dieses Wochenende wieder laufen, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz.

Das wird das Gros der Anwohner freuen. Denn seit vier Wochen – seit die Corona-Regeln merklich gelockert worden sind – sammeln sich an den Wochenenden sehr viele Feiernde wieder auf der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel, zwischen Annastraße und Ständeplatz. Lärm und Verunreinigungen sind die Folge.

Kassel: Polizei kontrolliert Corona-Regeln

„Es ist eine Katastrophe“, sagt eine Anwohnerin. Man sei ja hier als Bewohner einiges gewohnt, aber in den vergangenen Wochen sei die Lage spürbar schlimmer geworden. Die meisten Menschen, die sich jetzt hier träfen, seien ja keine Gäste der umliegenden Kneipen. Es handele sich um Personen, die sich mit Wodka, Whiskey und anderen Getränken in den umliegenden Supermärkten und Kiosken in Kassel eindeckten.

Da die Anzahl der Gäste in den Kneipen wegen Corona begrenzt ist, seien umso mehr Menschen draußen. In den Hinterhöfen und auf dem „Platz der elf Frauen“ hinterließen die Feiernden ihre Notdurft. Zudem rieche es in den Grünflächen überall nach Erbrochenem, sagt die Frau. „Das ist einfach ekelhaft.“

Großaufgebot der Polizei auf Friedrich-Ebert-Straße in Kassel

Ein Anwohner drückt es noch drastischer aus: „Die pinkeln, scheißen und kotzen hier überall hin. Und das in Horden.“ Zudem würden auf der Wiese und dem Kinderspielplatz benutzte Kondome und Scherben rumliegen. Die Menschen, die am Annaplatz lebten, wüssten, dass es dort wegen der vielen Kneipen etwas lauter ist, sagt der Mann. „Wir zahlen hier hohe Mieten, leben hier gern. Wir sind einen gewissen Lautstärkepegel an den Wochenenden auch gewohnt.“ In den vergangenen vier Jahren sei es aber immer schlimmer geworden, insbesondere in den vergangenen vier Wochen.

„Vor 14 Tagen habe ich gedacht, ich bin in einem Kriegsgebiet“, sagt der Mann. Von Mitternacht bis 4 Uhr morgens könne man nicht schlafen, schon mal gar nicht bei offenem Fenster. Das Verhalten der Feierenden sei zunehmend asozial. Für die Anwohner sei die Situation eine große Herausforderung. Der Anwohner hofft, dass die Polizei hier längerfristig – auch nach Corona – Präsenz zeigt. Am vergangenen Wochenende sperrte die Polizei Teile der Friedrich-Ebert-Straße, weil Corona-Regeln nicht eingehalten wurden.

Polizei kontrolliert Corona-Regeln in Kassel

In der Nacht zum vergangenen Sonntag hatte die Stadt um 1 Uhr angeordnet, dass alle Kneipen geschlossen werden und die Feiernden die Friedrich-Ebert-Straße in Kassel verlassen mussten. Aufgrund der vielen Menschen waren die Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen nicht mehr aufrechtzuerhalten. Trotz der Verstöße waren keine Bußgeldverfahren eingeleitet worden.

„Wir verfolgen an diesem Wochenende wieder einen kommunikativen Ansatz. Wir freuen uns ja, wenn die Menschen wieder feiern und ihre Freiheit genießen dürfen“, sagt Polizeisprecher Mänz. Er hofft, dass sich die Leute an die Abstandsregeln halten werden. Der Polizeisprecher weiß aber auch, dass dies nicht immer einfach ist. Zehn Menschen dürfen in einer Gruppe zusammen stehen. Zur nächsten Gruppe muss dann wieder ein Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden.

Die Stadt appelliere an die Eigenverantwortung der Bürger im Hinblick auf die Einhaltung der Corona-Regeln. „Die Pandemie ist noch nicht überstanden und die Gefahr ist nach wie vor sehr groß, dass es zu einer Vielzahl von Infektionen kommt, wenn die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden“, so Stadtsprecher Michael Schwab. Hervorzuheben sei noch einmal, dass sich alle Gastronomen an die Vorgaben der Corona-Verordnung halten würden. Grundsätzlich gebe es keine Probleme innerhalb der Gastronomien. Am Freitag hat der Kreis Kassel zwei neue Corona-Fälle gemeldet, damit liegt die Gesamtzahl der gemeldeten Fälle in Kreis auf 412.

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