Polizei misst Abstand und Tempo auf der A 7 mit neuen Geräten 

Kassel. Die hessische Polizei rüstet auf im Kampf gegen Drängler und Raser: Sie hat drei neue Geschwindigkeitsmessgeräte gekauft, die mit 3 D-Videotechnik Verkehrsverstöße festhalten.

Eines kommt auf der A 7 zwischen Kassel und Guxhagen zum Einsatz. Auf den drei Fahrspuren Richtung Süden misst es den Abstand der Autos und deren Geschwindigkeit.

600.000 Euro haben die drei Geräte vom Typ VKS 3 D Select gekostet, die nach Angaben der Polizei bislang einzigartig in Europa sind. Zwei Geräte kontrollieren den Verkehr auf der Autobahn A 5 bei Reiskirchen und am Frankfurter Kreuz.

Die Autobahnpolizeistation Baunatal baut ihr Gerät, das aus vier Kameras und dem Kleintransporter mit der Technik besteht, nun regelmäßig auf einer Brücke bei Dörnhagen zwischen dem Dreieck Kassel-Süd und der Anschlussstelle Guxhagen auf.

Bilder von den Messgeräten

Raser und Drängler: Polizei mit neuem Messgerät

Eine weitere Einsatzstelle gibt es bislang nicht. Laut Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch soll zunächst der Betrieb getestet werden.

Jeder weitere Standort kostet aber auch Geld, denn die Fahrbahn muss vermessen und markiert werden – selbst die moderne 3D-Videotechnik braucht diese Orientierungshilfe. Helmut Stieglitz, Leiter der Autobahnpolizei Baunatal, spricht von 6500 Euro pro Standort. Das Land hat nur die Anschaffung der Geräte bezahlt, das Polizeipräsidium Nordhessen musste die Messstelle selbst finanzieren.

Stieglitz kennt noch einige Punkte an A 7 und A 44, wo der Einsatz des neuen Messgeräts sinnvoll wäre, das dank der 3 D-Technik auch in Kurven und an Kuppen verlässlich arbeiten soll.

„Zu geringer Abstand ist die dritthäufigste Unfallursache auf den Autobahnen“, sagt Stieglitz. Vor und hinter der Messstelle bei Dörnhagen zählte die Polizei im vergangenen Jahr 37 Unfälle, die auf mangelnden Sicherheitsabstand zurückzuführen waren. Dabei wurden fünf Menschen schwer und elf leicht verletzt.

Das neue VKS 3 D Select hat einen weiteren Vorteil gegenüber dem Vorgänger: Anstatt den Abstand aller Autos aufzuzeichnen, trifft der Computer automatisch eine Auswahl anhand der Messung. Erst bei Verdacht werden zusätzliche Aufnahmen von Kennzeichen und Fahrer gemacht, der bis dahin nicht zu identifizieren ist. Damit trage das System den Datenschutzbedenken der Gerichte Rechnung, sagt Stieglitz.

Von Marcus Janz

Rubriklistenbild: © Janz

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