In Siegen und Umgebung haben Bankräuber in fünf Jahren elf Geldautomaten gesprengt

Gesprengter Geldautomat: Teil einer Tatserie?

Siegen/Kassel. Nach dem explosiven Bankraub in Nordshausen prüft die Polizei mögliche Verbindungen zu ähnlichen Verbrechen. „Bei so einem außergewöhnlichen Tathergang gehört es zu dem üblichen Vorgehen der Polizei, nach rechts und links zu schauen“, sagt Polizeisprecherin Sabine Knöll.

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So sollen Parallelen bei den Tatmustern abgeglichen werden. Die Kasseler Polizei hat bereits Kontakt mit Kollegen im nordrhein-westfälischen Siegen (Kreis Siegen-Wittgenstein) aufgenommen. Das bestätigte der Sprecher der dortigen Kreispolizeibehörde, Georg Baum, gegenüber der HNA.

In Siegen und Umgebung gibt es seit fast fünf Jahren eine Serie von Bankeinbrüchen, die allesamt nach ähnlichem Muster ablaufen wie die Tat am Donnerstagmorgen in Kassel-Nordshausen. Der bislang unbekannte Täter hat bereits elf Geldautomaten gesprengt. Dabei erbeutete er nach Angaben von Polizeisprecher Baum etwa 140.000 Euro und verursachte einen Sachschaden von etwa einer halben Million Euro.

Geldautomat der Kasseler Bank zerstört

Acht dieser spektakulären Einbrüche ereigneten sich zwischen November 2007 und Juli 2010 in Siegen und in der unmittelbaren Umgebung. Im vergangenen Jahr jedoch zog der Täter größere Kreise: Im Juli 2011 sprengte er einen Geldautomaten im hessischen Eschenburg (Lahn-Dill-Kreis). Drei Tage später fand die Polizei einen Geldautomateneinsatz, der mit der Tat in Verbindung gebracht wird, auf einem Waldweg bei Bad Laasphe am östlichen Rand des Kreises Siegen-Wittgenstein. Im November 2011 brach der Täter dann in eine Bank in Schmallenberg im Hochsauerlandkreis ein. Sein bislang letzter Einbruchversuch schlug im vergangenen Dezember in Siegen fehl, sagte Polizeisprecher Baum.

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Erst vor wenigen Wochen suchte die Siegener Polizei ein größeres Publikum, um Hinweise für die Fahndung zu erhalten: Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ berichtete Ende Juli über die außergewöhnliche Einbruchsserie. Jetzt prüfe die Polizei unter anderem, ob es sich bei der Tat in Kassel um das gleiche Fluchtauto handeln könnte. Der Täter von Siegen fuhr bislang mit einem silbernen Audi-Kombi. (mcj)

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