Wieder Großeinsatz bei Spiel zwischen KSV Hessen Kassel und Waldhof Mannheim

Vor dem Spiel gegen Mannheim: Polizei will Fangruppen auseinander halten

Großeinsatz am Auestadion: Trotz Polizeipräsenz war es bei der letzten Begegnung zwischen Mannheim und Kassel im November vergangenen Jahres zu Ausschreitungen gekommen. Archivfoto: Malmus

Kassel. Von einem Risikospiel spricht die Polizei, wenn es um die kommende Begegnung zwischen dem KSV Hessen Kassel und Waldhof Mannheim geht: Die Beamten wollen deswegen von Anfang an ein Aufeinandertreffen der Fangruppen verhindern, damit Randale ausbleibt.

Einzig das Ergebnis zwischen dem KSV Hessen Kassel und Waldhof Mannheim im Auestadion dürfte in guter Erinnerung geblieben sein: Im November 2011 gewannen die Löwen ihr Heimspiel mit 3:0. Ansonsten überschatteten randalierende Fußballanhänger das Geschehen. Am Freitag, 10. August, empfängt der KSV um 19 Uhr Mannheim zum ersten Heimspiel in der neu gegliederten Regionalliga Südwest. Die Polizei stuft die Begegnung beider Traditionsmannschaften wieder als Risikospiel ein.

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Aufgrund der guten Resultate des KSV in der Vorbereitung rechne man mit etwa 4000 Zuschauern, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Man gehe davon aus, dass etwa 300 bis 400 Fans aus Mannheim kommen werden. „Darunter“, sagt Polizeidirektor Uwe Papenfuß, der den Einsatz leiten wird, „werden nach unserer Einschätzung bis zu 150 Problemfans sein.“ Auf Kasseler Seite rechnet die Polizei mit etwa 120 Anhängern dieser Kategorie.

Die Polizei werde deshalb von Anfang an die Fans trennen, um ein Aufeinandertreffen der gegnerischen Anhänger zu verhindern. „Wir werden deshalb mit einer offensiven Einsatzstrategie und starker Polizeipräsenz mögliche Auseinandersetzungen bereits im Ansatz unterbinden“, sagt Papenfuß.

Der Durchgang zwischen Eissporthalle und Auestadion wird abgeriegelt. Der Weg zum Stadion erfolgt dann über den Fußweg vor dem Tanzsportzentrum und der Eissporthalle zum Stadionvorplatz. Der Großraumparkplatz zwischen Eissporthalle und KSV-Clubhaus wird nur für Einsatzfahrzeuge und Inhaber von VIP-Karten frei sein. Behindertenparkplätze stehen im Bereich der Menzelstraße zur Verfügung.

Fans zerstörten die Toilette

Bei dem Spiel im November 2011 gab es die gleichen Sicherheitsvorkehrungen, und annähernd 500 Polizeibeamte waren im Einsatz. Trotzdem war es zu Gewalt und Vandalismus gekommen. Anhänger des KSV hatten Feuerwerkskörper in den Innenraum des Stadions geworfen, der Kontrollausschuss des Deutschen Fußballbundes (DFB) leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Anhänger aus Mannheim hatten die neue Herrentoilette in der Südkurve des Auestadions zerstört. Nach dem Spiel suchten Kasseler Hooligans Streit mit der Polizei, 20 Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Um gegen gewaltbereite Fußballfans vorzugehen, fordern KSV, Polizei, DFB und das Land Hessen seit geraumer Zeit ein Fanprojekt für Kassel. Um das zu realisieren, muss nur noch die Stadt Kassel, die ein Drittel der Kosten tragen soll, grünes Licht geben. Die Stadt wisse um die Bedeutung von Fanarbeit und bewerte das Fanprojekt positiv, sagt Sprecher Sascha Stiebing. Mit Blick auf die äußerst engen Spielräume im Haushalt für freiwillige Leistungen prüfe man derzeit die Bereitstellung des Anteils der Stadt. Das seien mindestens 30.000 Euro.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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