In Calden eingestiegen, Vorfall dann in Kassel

Angriff auf Busfahrer in Linie 100: Polizei sucht Zeugen

Pendelt zwischen Calden und dem Bahnhof Wilhelmshöhe: Der 22-jähriger Fahrer eines Busses der Linie 100 soll von Fahrgästen geschlagen worden sein, die in Calden in den Bus eingestiegen sein sollen.

Kassel / Calden. Die Kasseler Polizei sucht Zeugen, die am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr einen Angriff auf einen Busfahrer beobachtet haben.

Nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Wolf war der Fahrer in einem NVV-Bus der Linie 100 von mehreren Personen geschlagen worden.

Dabei soll es sich um eine Gruppe von 15 Männern ausländischer Herkunft gehandelt haben, die am Rathaus in Calden in den Bus eingestiegen seien. Ob es sich dabei um Flüchtlinge aus der Zeltstadt Calden gehandelt hat, konnte die Polizei auf Nachfrage der HNA nicht bestätigen.

Aktualisiert um 17.45 Uhr. 

Nachdem die Personen in den Bus, der täglich mehrmals zwischen dem Flughafen in Calden und dem IC-Bahnhof in Wilhelmshöhe pendelt, eingestiegen seien, hätten sie dem Fahrer jeweils ein Kurzstreckenticket vorgezeigt, das für vier Stationen gültig ist.

Als der Bus an der Haltestelle Westring - nach vier Stationen - an der Holländischen Straße in der Kasseler Nordstadt gehalten habe, habe der Fahrer die Personen aufgefordert, das Fahrzeug zu verlassen. Dieser Aufforderung seien die Männer nicht nachgekommen. Daraufhin sei der Fahrer von mehreren Personen der Gruppe angegriffen worden. Sie hätten gemeinschaftlich auf den Fahrer eingeschlagen. Laut Wolf hätten andere männliche Fahrgäste dem Fahrer schließlich geholfen und die Gruppe aus dem Bus gedrängt. „Warum zu diesem Zeitpunkt niemand die Polizei verständigte, ist noch unklar“, sagt Wolf.

Eine Frau, die ebenfalls in dem Bus saß, habe den Fahrer an der Endstation am Bahnhof Wilhelmshöhe angesprochen und gemerkt, dass es ihm nicht gut gehe. Er habe Schürfwunden im Gesicht gehabt. Die Zeugin habe später einem Polizisten in ihrem Bekanntenkreis von dem Angriff berichtet, der daraufhin Anzeige von Amtswegen erstattete.

Steffen Müller, Sprecher der Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV), bestätigt, dass es solch einen Vorfall gegeben hat. Der Fahrer habe von sich aus aber keine Polizei angefordert. Es handele sich um einen 22-jährigen Mann, der für das Busunternehmen Bonte in Schwalmstadt arbeitet. Derzeit fahren etwa 80 Busse des Reisedienstes Bonte im Auftrag des NVV.

Nach Angaben von Müller sei es momentan aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten zwischen Fahrern und Flüchtlingen auf der Strecke der Linie 100 nicht immer einfach. Allerdings könnte sich in den „meisten Fällen mit Händen und Füßen verständigt“ werden. Zuvor habe er aber noch von keinem Fall gehört, bei dem ein Fahrer von Gästen auf dieser Strecke angegriffen worden sein soll, so Müller.

Die Zeugin der Attacke konnte laut Polizeisprecher Wolf keine Täterbeschreibungen abgeben; es soll sich ihren Aussagen zu Folge um Personen mit ausländischem Aussehen gehandelt haben.

Die Ermittlungen wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung werden beim Revier Mitte geführt. Zeugen und Helfer aus dem Bus werden gebeten, sich unter Tel. 05 61/9100 bei der Polizei zu melden.

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