Versuch an Geld und Schmuck zu gelangen

Polizei warnt: Trickdiebe sind im Kasseler Stadtgebiet unterwegs

Kassel. Die Kasseler Polizei warnt vor Trickdieben, die in dieser Woche massiv in Kassel unterwegs gewesen sind.

Sie geben sich als Pflegedienstmitarbeiter, Polizisten und Stromableser aus und klingeln an den Türen von älteren Menschen: Denen möchten sie aber nicht helfen, sondern sie wollen nur an das Geld und den Schmuck der Senioren gelangen.

Die Ermittler raten zur Vorsicht, wenn unangekündigt unbekannte Personen vor der Haustür stehen und sich aus fadenscheinigen Gründen für die Wertsachen im Haus interessieren. Am Dienstag dieser Woche waren die Trickdiebe innerhalb kurzer Zeit in den Stadtteilen Fasanenhof und Wesertor unterwegs und schlugen dort viermal zu, teilt Polizeisprecher Matthias Mänz mit. In einem Fall hatte sich der Täter als Mitarbeiter eines Pflegedienstes vorgestellt. Er wolle angeblich die Wertsachen der Seniorin kontrollieren, um einen Diebstahl auszuschließen. Genau diesen hatte der Mann jedoch im Sinn. Er stahl sieben Goldringe der Frau.

Zwei andere Männer gaben sich an der Haustür als Polizisten aus und gaben vor, wegen eines Einbruchs die Wertsachen im Haus überprüfen zu müssen. Sie erbeuteten Bargeld. Die Beschreibung eines Täters ähnelt sich in allen vier Fällen. Die Opfer beschrieben ihn als etwa 30 Jahre alt und 1,75 Meter groß. Er hat schwarze Haare und einen Bart. Er soll akzentfrei Deutsch gesprochen haben. Am Mittwoch waren dann Trickdiebe unterwegs, die sich als Stromableser ausgaben.

Die Betrüger suchten sich ihre Opfer oft aus dem Telefonbuch aus, sagt der Polizeisprecher. Menschen, die einen älter klingenden Vornamen haben und ihre Anschrift nennen, würden gezielt ausgewählt. Da ältere Menschen hohes Vertrauen in Medizinalberufe und die Polizei hätten, würden sie leichter Opfer von solchen Betrügern, sagt Dr. Markus Schimmelpfennig, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes. 

Bei den Trickdiebstählen, die im Laufe dieser Woche in verschiedenen Kasseler Stadtteilen geschehen sind, könnte immer derselbe Täter am Werk gewesen sein, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz. Das werde von den Ermittlern untersucht. Sie hoffen, dass sich Zeugen melden, die Hinweise auf den/die Täter geben können. In vier Fällen hatten die Opfer den Täter als einen Mann um die 30 Jahre beschrieben, der etwa 1,75 Meter groß ist, schwarze Haare hat und einen Bart trägt. Er soll akzentfrei Deutsch gesprochen haben.

• Fall 1: Am Dienstag klingelte ein Mann gegen 9.20 Uhr an der Tür einer hochbetagten Bewohnerin der Straße „Hinter dem Fasanenhof“ und stellte sich als Mitarbeiter des Pflegedienstes vor. Er wolle die Wertsachen der Seniorin kontrollieren, um einen Diebstahl auszuschließen. Genau diesen hatte der Mann jedoch im Sinn. Er entwendete sieben Goldringe im Wert mehrerer tausend Euro aus einer Schmuckschatulle.

• Fall 2: Mit der selben Masche erbeutete vermutlich derselbe Täter gegen 9.45 Uhr auch den Schmuck einer Seniorin in der Bürgistraße (Wesertor). Hier wird der Wert des Diebesguts sogar auf einen fünfstelligen Betrag geschätzt.

• Fälle 3 und 4: In zwei anderen Fällen am Dienstagmorgen gaben sich Trickdiebe als Polizeibeamte aus. Auch diese gaben letztlich vor, die Wertsachen in diesen Fällen wegen eines Einbruchs überprüfen zu müssen. In der Straße „Am Felsenkeller“ (Fasanenhof) erbeutete ein Täter von einem Senior gegen 10 Uhr auf diese Art eine kleinere Summe, wenige Minuten später durchschaute ein hochbetagter Rentner die Masche und warf den Mann aus seiner Wohnung in der Bromeisstraße.

• Fälle 5, 6 und 7: Auch am Mittwoch waren Trickdiebe unterwegs. Bislang wurde der Polizei gemeldet, dass angebliche Stromableser in der Landaustraße (Südstadt), der Samuel-Beckett-Anlage (Vorderer Westen) und der Sternbergstraße (Wehlheiden) am Werk waren. Diese Diebstahlversuche seien aber offenbar alle gescheitert.

• Fälle 8 und 9: In der Westendstraße (Mitte) und in der Sternbergstraße gaben sich Unbekannte gegenüber Senioren zudem erneut als Pflegedienstmitarbeiter aus. In der Sternbergstraße kamen sie mit dieser Masche zum Erfolg und erbeuteten am Mittwochvormittag mehrere hundert Euro von einem Senior. In der Westendstraße scheiterte der Täter.

Tipps der Polizei, wie man sich vor Trickdieben schützen kann

• Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in die Wohnung.

• Geben Sie keine Details zu Ihren Wertsachen im Haus oder Ihren finanziellen Verhältnissen preis.

• Zeigen Sie Ihre Wertsachen beziehungsweise Ihre Wertsachenverstecke niemals unbekannten Personen.

• Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis. 

• Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den Türspion oder per Blick aus dem Fenster an. Machen Sie von Ihrer Sprechanlage Gebrauch.

• Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort – legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an.

• Rufen Sie beim geringsten Zweifel unter 110 bei der Polizei oder bei dem entsprechenden Pflegedienst etc. an.

• Lassen Sie Pflegedienstmitarbeiter, Handwerker und andere Personen nur dann herein, wenn Sie sie selbst bestellt haben oder wenn sie von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.

• Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe. 

• Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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