Keine Zwietracht mit Eintracht

Polizeiaufgebot in Bahnhöfen: Frankfurter Fans fielen nicht auf

+
Keine Zwischenfälle: Bundespolizisten erklärten den Eintrachts-Fans, auf welchem Gleis ihr Anschlusszug nach Hannover abfuhr.

Kassel. Es ist Wochenende für Wochenende das selbe Bild: Beamte der Bundespolizei halten sich am Bahnhof Wilhelmshöhe auf, um Eskalationen unter Fußballfans zu vermeiden. Anhänger von Vereinen aus ganz Deutschland nutzen den IC-Bahnhof sowie den Hauptbahnhof für den Umstieg.

Oft haben die Fußballfans in Kassel Aufenthalt. Dann sorgen die Einsatzkräfte mitunter dafür, dass es zu keinen Schlägereien oder anderen Straftaten im Bahnhof kommt. Hauptaufgabe ist es auch, normale Reisende vor möglichen Randalierern zu schützen.

Neben den Fans der ostdeutschen Vereine Dresden und Rostock stünden auch Anhänger von Eintracht Frankfurt in dem Ruf, besonders gewaltbereit zu sein, sagt Klaus Arend, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel. Wenn die Frankfurter in Kassel umsteigen, dann schaue die Polizei genauer hin. So wie am Sonntagmorgen: Zwei Einsatzzüge der Bundespolizei begleiteten die Fans in Kassel. Ein Einsatzzug, dem etwa 30 Beamte angehören, war bereits in Frankfurt in den Regionalexpress mit den Fans gestiegen. Der andere wartete in Wilhelmshöhe. „Wir wissen nie, wieviele Fans wirklich mit dem Zug reisen“, sagt Arend. In der letzten Saison seien 600 Frankfurter mit dem Zug nach Hannover gefahren.

Dass es am Sonntag deutlich weniger sein würden, erfuhr Polizeihauptkommissar Stefan Bubenhagen, Dienstgruppenleiter des Einsatzes, erst am Morgen. „80 bis 100 Fans sollen in dem Zug unterwegs sein“, sagte er um 9 Uhr. Als der Regionalexpress um 9.26 Uhr auf Gleis 9 eintraf, stiegen etwa 40 junge Männer mit Fanschal, Dosenbier und Plastiktüten aus. Zwei schleppten eine Kiste Bier.

Außer, dass einige sich in Bereichen des Bahnhofs, wo Rauchverbot herrscht, eine Zigarette ansteckten, gab es keine Vorfälle. Nicht mal Sprechgesänge. „Ein friedlicher Einsatz“, sagte Bubenhausen. 30 weitere Fans fuhren zum Hauptbahnhof weiter, um dort umzusteigen.

Polizeipräsenz im Kulturbahnhof: 30 Beamte erwarteten am Sonntagmorgen die Fans der Eintracht Frankfurt, die in Kassel umsteigen mussten.

Begleitet werden die Frankfurter Fans zu jedem Auswärtsspiel von Hauptmeister Andreas Epha, einem sogenannten fankundigen Beamten bei der Bundespolizei. „Es ist heute so friedlich wie erwartet“, sagt Epha um 10.01 Uhr, nachdem er mit den Anhängern auf Gleis 4 in Wilhelmshöhe in den Zug Richtung Warburg umgestiegen ist. In dem Zug seien nur Anhänger der Kategorie A, darunter versteht man friedliche Fans, unterwegs.

Seitdem die Bundespolizei am Frankfurter Hauptbahnhof starke Präsenz zeige, suchten sich gewaltbereite Fans auch andere Wege, um zum Auswärtsspiel zu kommen. „Die haben ihren eigenen Kopf“, sagt Bubenhagen. Entweder stiegen sie in anderen Bahnhöfen zu oder reisten mit dem Bus. Dass der Poizeieinsatz am Sonntagmorgen zu groß geplant war, das weisen die Verantwortlichen zurück. „Wir wissen nie, was uns erwartet“, sagt Bubenhagen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.