58-Jähriger aus Weiterode ist Chef von 1800 Polizisten

Klaus Wittich ist neuer Leiter der Abteilung Einsatz im Polizeipräsidium Nordhessen

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Dazwischen liegen 42 Jahre: Das untere Foto entstand 1976 bei der Vereidigung des 16-jährigen Klaus Wittich in Kassel. Das obige Foto entstand am Montag bei seiner Einführung als neuer Leiter der Abteilung Einsatz.

Kassel. Der Leitende Kriminaldirektor Klaus Wittich ist neuer Leiter der Abteilung Einsatz im Polizeipräsidium Nordhessen. Am Montag trat er seinen neuen Posten offiziell an.

Ab und zu müsse er sich schon kneifen, sagte Klaus Wittich (58) am Montagnachmittag im Polizeipräsidium Nordhessen. Kneifen, um zu wissen, dass alles wahr ist, was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in seiner Karriere passiert ist. Vom Polizeiwachtmeister bis zum Leitenden Kriminaldirektor hat es Wittich in 42 Berufsjahren bei der hessischen Polizei gebracht. „Was für eine geile Sache“, sagte der 58-Jährige, als er jetzt offiziell zum Leiter der Abteilung Einsatz im Polizeipräsidium Nordhessen ernannt worden ist. Er tritt damit die Nachfolge von Gerald Hoffmann an, der kürzlich in den Ruhestand verabschiedet worden ist.

„Mit Klaus Wittich haben wir für dieses Spitzenamt des ranghöchsten Polizeibeamten in Nordhessen eine sehr gute Wahl getroffen“, sagte Polizeipräsident Konrad Stelzenbach. Als Leiter der Abteilung Einsatz ist Wittich jetzt Chef von 1800 Polizeibeamten und Tarifbeschäftigten in Nordhessen.

Dazwischen liegen 42 Jahre: Das linke Foto entstand 1976 bei der Vereidigung des 16-jährigen Klaus Wittich in Kassel. Das rechte Foto entstand am Montag bei seiner Einführung als neuer Leiter der Abteilung Einsatz. Fotos:  Dieter Schachtschneider (1), privat (1)

Wittich, der aus dem Bebraer Ortsteil Weiterode stammt und dort heute noch mit seiner Familie lebt, war zuletzt im Innenministerium in Wiesbaden Leiter der Projektgruppe Rückführungsmanagement für abgelehnte Asylbewerber.

Dass er jetzt nach Kassel zurückgekehrt ist, damit schließt sich auch ein Kreis. Denn hier begann 1975 auch alles: Nach der mittleren Reife machte Wittich eine Ausbildung zum Polizeiwachtmeister in der damals II. Hessischen Bereitschaftspolizeiabteilung an der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel. „Als 16-Jähriger habe ich natürlich nicht gewusst, was aus mir werden würde“, sagte Wittich. Aber seit seiner Kindheit habe er das Ziel gehabt, Polizist zu werden. Und das habe er nie bereut. „Ich bin stolz darauf, Polizeibeamter zu sein.“

Die Arbeit der Polizei hat Wittich in all ihren Facetten kennengelernt. Er war Streifenbeamter im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen und machte in Frankfurt auch seine Ausbildung bei der Kriminalpolizei. Anfang der 90er-Jahre wechselte er in den gehobenen und nach dem Examen im Sommer 2000 an der damaligen Polizeiführungsakademie in Hiltrup (Westfalen) auch in den höheren Dienst. Die Stationen in leitenden Funktionen führten ihn von Nordhessen nach Osthessen und zurück.

Dabei leitete der Kriminalbeamte unter anderem die Regionale Kriminalitätsinspektionen Homberg, anschließend Kassel – und wurde daraufhin Leiter der Spezialeinheiten beim Polizeipräsidium Nordhessen. Es folgten die Leitungen der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg sowie des Abteilungsstabes im Polizeipräsidium Osthessen in Fulda, bis er vor zwei Jahren nach Wiesbaden wechselte. Und nun ist er Leiter der Abteilung Einsatz in Kassel. In dieser Funktion ist er nicht nur für große Einsätze, sondern auch für Personalentscheidungen verantwortlich. „Das Personalmanagement wird Dich fordern“, sagte Klaus Vestweber, Vorsitzender des Personalrats, bei der feierlichen Einführung.

„Ich habe Respekt vor dieser Aufgabe“, sagte Wittich bei seiner Amtseinführung. Er habe aber auch schon immer Herausforderungen gemocht. Wittich dankte seiner Frau Sabine für deren „rückhaltlose Unterstützung“. „Du siehst, was wir gemeinsam erreicht haben.“ Das Paar hat zwei Söhne im Alter von 28 und 25. 

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