Behälter stand frei zugänglich in Regal – Angst vor Infektion

Junge verletzte sich in Polizeirevier an gebrauchter Spritze

Kassel. Ein vierjähriger Junge aus Kaufungen hat sich im Polizeirevier Kassel-Ost an einer Einwegspritze verletzt, mit der einem Tatverdächtigen Blut abgenommen worden war. Die Spritze befand sich in einem Behälter, der frei herumstand. Die Eltern befürchten jetzt, dass sich der Junge infiziert hat.

Nach Darstellung des 27-jährigen Vaters hatte die Familie, zu der auch ein zweijähriger Junge gehört, das Revier in Bettenhausen aufgesucht, um wegen eines Verkehrsdelikts Anzeige zu erstatten.

In einem Vernehmungszimmer habe ein Beamter den Kindern Spielsachen gegeben, die in einem Regal verstaut waren. Dort befand sich auch ein Behälter mit benutzten Einwegspritzen. Das Blut, das mit ihrer Hilfe abgenommen wird, dient der Beweissicherung insbesondere bei Alkoholdelikten. Die Blutreste an den Spritzen, die medizinischer Sondermüll sind, können möglicherweise Erreger von Infektionskrankheiten wie Aids und Hepatitis enthalten. In einem unbeobachteten Moment muss der Vierjährige den im Regal stehenden gelben Eimer mit grünem Deckel geöffnet und hineingefasst haben. Dabei langte er mit dem linken Daumen in eine Kanüle.

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„Wir sind sofort zu unserer Ärztin gefahren“, berichtet der Vater. Später wurde der Junge auch im Klinikum Kassel untersucht. Ob er sich durch die Spritze infiziert hat, kann noch nicht gesagt werden. Die Eltern haben Strafanzeige erstattet. Bei der Kasseler Polizei räumte man den Vorfall am Montag auf HNA-Anfrage ein. In einem Brief an die Eltern, der unserer Zeitung vorliegt, drückt Polizeipräsident Eckhard Sauer sein Bedauern aus. Er spricht von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“. Er habe „Maßnahmen veranlasst, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholen kann“. (ket/hog)

Weitere Hintergründe und einen Kommentar lesen Sie in der HNA-Dienstagsausgabe.

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