Jeder vierte Unfallfahrer flüchtet

Polizeistatistik: Wieder mehr Unfälle in Kassel und Umgebung

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Spektakulärer Fall: Der Fahrer dieses Wagens, der Ende November auf der Dresdner Straße einen Unfall baute, ließ den schwer verletzten Beifahrer hilfslos im Autowrack zurück. Der 29-jährige Fahrer stellte sich einige Tage später der Polizei. 

Kassel. In Kassel und Umgebung hat es 2016 wieder öfter gekracht: Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen ist um 3,5 Prozent gestiegen.

Insgesamt sind auf den Straßen in der Region 20 584 Unfälle passiert – 696 mehr als im Vorjahr. 45 Menschen kamen dabei ums Leben (Vorjahr: 43). Die Zahl der schwer verletzten Unfallopfer betrug 857 (Vorjahr: 846). 3066 Menschen wurden leicht verletzt (2930).

„Jede im Straßenverkehr getötete oder schwer verletzte Person ist auch Auftrag an die Polizei, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen“, sagte Polizeipräsident Konrad Stelzenbach. Deshalb setze man auch weiterhin auf Kontrollen sowie Verkehrsprävention, etwa in den Schulen. Ein Schwerpunkt dabei sei die Gefahr durch die Nutzung von Smartphones im Straßenverkehr.

Unfallhochburg Kassel

Jeder vierte Unfall ereignet sich in Kassel: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 5443 Unfälle in der Stadt bei der Polizei gemeldet. Das sind 7,4 Prozent mehr als 2015. Auch die Zahl Unfälle mit Verletzten stieg um 8,2 Prozent auf insgesamt 837. Darunter waren vier tödliche Unfälle – einer mehr als im Vorjahr.

Im Landkreis Kassel wurden 3693 Unfälle registriert, das bedeutet einen Anstieg von 3,2 Prozent. Hier gab es 541 Fälle, bei denen Menschen verletzt wurden. Die Zahl der tödlichen Unfälle ging leicht zurück auf neun (Vorjahr: zehn).

Unfallfluchten

Mit der Verkehrsmoral der Unfallfahrer in der Region ist es nicht weit her: Nach jedem vierten Unfall macht sich der Verursacher aus dem Staub. Dabei stieg die Zahl der Unfallfluchten leicht um 218 auf 5240 Fälle. Parkplatzrempler und andere Verkehrsrowdys, die glauben, sie kämen ungeschoren davon, wenn sie Autos demolieren oder gar Verletzte skrupellos zurücklassen, haben allerdings häufig das Nachsehen: In 40 Prozent der Fälle konnte die Polizei die Täter ermitteln. Bei Unfallfluchten mit Verletzten lag die Aufklärungsquote sogar bei 57 Prozent.

Auch bei den Unfallfluchten ist Kassel negativer Spitzenreiter: Hier entzieht sich mehr als jeder dritte Unfallfahrer seiner Verantwortung. Insgesamt wurden 1963 Fälle registriert (Vorjahr: 1914). Im Landkreis Kassel gab es mit 993 Unfallfluchten ebenfalls einen Anstieg (Vorjahr: 910).

Wildunfälle

Ein dicker Batzen in der Statistik sind zudem die Wildunfälle. Sie machen 22 Prozent aller Unfälle in der Region aus, wobei der Schwerpunkt naturgemäß im ländlichen Raum liegt. Insgesamt gab es 4512 Unfälle mit Reh, Wildschwein und Co. Das sind zwar 29 Fälle weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten stieg jedoch auf 44 (Vorjahr: 38).

Fahrradunfälle

Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern ist im vergangenen Jahr um 11 Prozent gestiegen auf insgesamt 462. Fast die Hälfte der Fälle (215) passierte in Kassel. Ein Grund sei, so die Polizei, dass immer mehr Menschen das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen. Auch Studenten und Senioren, die vermehrt aufs Rad steigen, trügen zu dem Anstieg bei. (rud)

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