Sonderurlaub nach Hamburg-Strapazen

Polizisten aus Nordhessen hatten kaum Schlaf bei G20-Einsatz

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Aktivisten des Schwarzen Blocks in Hamburg während des G20-Gipfels: Harter Einsatz für die Polizei. Unser Foto zeigt nicht zwingend Polizisten, die aus Nordhessen kamen. 

Kassel. Extrem wenig Schlaf hatten die Polizisten aus Nordhessen, die beim G 20-Gipfel in Hamburg eingesetzt waren. Die Beamten waren von Freitag bis Sonntagfrüh fast rund um die Uhr im Einsatz, konnten am Samstagmorgen nur vier Stunden schlafen.

Das berichtet Polizeihauptkommissar Michael Bammel der HNA. Er war in Hamburg im Einsatz. Bammel gehörte zu der Hundertschaft mit Beamten der Polizeipräsidien Nordhessen, Ost- und Mittelhessen sowie der Bereitschaftspolizei, die am Freitag aus Hamburg angefordert worden war.

Um auch diese Belastung wieder auszugleichen, hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Dienstagmorgen gefordert, dass alle 1300 Polizisten aus Hessen, die beim G 20-Gipfel in Hamburg eingesetzt waren, Sonderurlaub bekommen sollen. Diese Forderung wurde im Laufe des Tages erfüllt. Die Polizisten, die in Hamburg waren, sollen drei Tage Sonderurlaub bekommen. Zudem will die Landesregierung für die Beamten ein Grillfest ausrichten, kündigte ein Sprecher des Innenministeriums an.

Die Erfahrungen in Hamburg hätten zudem gezeigt, dass die Schutzausrüstung der Alarmhundertschaften verbessert werden müsse, sagte Stefan Rüppel, stellvertretender Vorsitzender der GdP. „Wenn Steine oder Flaschen auf die Kollegen geworfen werden, dann sind sie nicht ausreichend am Körper geschützt. Mit der bestehenden Ausstattung schicken wir sie wehrlos und ungeschützt in solche Einsatzsituationen, die sich niemals wiederholen dürfen.“ Insgesamt waren 149 Polizisten aus Hessen bei dem Einsatz in Hamburg verletzt worden.

Polizeihauptkommissar Bammel war für den Objektschutz auf der Reeperbahn eingesetzt, aber auch im Schanzenviertel, wo es die größten Krawalle der Autonomen gab. „Dort mussten wir miterleben, wie es ist, mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen zu werden.“

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