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Verkehrsversuch in Kassel: Poller verhindern Durchfahrt in viel diskutierter Straße

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Von: Christina Hein

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Wird von vielen Autofahrern als Abkürzung von Wehlheiden in die Südstadt und umgekehrt genutzt. In der Heinrich-Heine-Straße werden demnächst zweispurige Fahrzeuge an der Durchfahrt gehindert.
Wird von vielen Autofahrern als Abkürzung von Wehlheiden in die Südstadt und umgekehrt genutzt. In der Heinrich-Heine-Straße werden demnächst zweispurige Fahrzeuge an der Durchfahrt gehindert. © Bastian Ludwig

Ab dem Frühjahr wird in Kassel die Heinrich-Heine-Straße für Autos gesperrt. Die Sanierung der Straße zieht sich schon über Jahre.

Wehlheiden/Südstadt – Dem Schleichverkehr, der die Heinrich-Heine-Straße als Abkürzung zwischen Wehlheiden und der Südstadt nutzt, und zunehmend die Anwohner gefährdet und stört, soll demnächst im wahrsten Sinne des Wortes ein Riegel vorgeschoben werden. Ein Verkehrsversuch, der im Frühjahr startet, sieht vor, dass die Straße für ein Jahr in Höhe der Adolfstraße für Autos gesperrt wird.

Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt Kassel plant, an der Kreuzung probeweise einen sogenannten Modalfilter in Form einer Diagonalsperre – so der Fachausdruck – einzurichten: Durch Poller wird verhindert, dass zweispurige Kraftfahrzeuge, also Pkw und Lkw, an dieser Stelle durch die Heinrich-Heine-Straße fahren können. Zweiräder können passieren. Servicefahrzeuge wie die Müllabfuhr sind autorisiert, die Poller für eine Durchfahrt mit einem eigenen Schlüssel umzulegen. Die Gehwege werden von der Sperrung nicht betroffen sein, erklärte Martin Kusemann vom Straßenverkehrsamt während der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Wehlheiden.

Verkehrsversuch in Kassel: Freie Strecke im Notfall

Hintergrund für die Maßnahme ist die Wiederaufnahme der Planungen für den Umbau der Heinrich-Heine-Straße. Die Aktion ziele darauf ab, die Planungen für die „dringend notwendige grundhafte Sanierung“ der Heinrich-Heine-Straße zu unterstützen, so Kusemann. Dabei sollen Erkenntnisse gewonnen werden, ob künftig eine Variante mit dauerhaftem Modalfilter angestrebt wird. Die Ergebnisse des Versuchs dienten also „der Abwägung von Planungsvarianten“. Durch die Einrichtung einer Sperre in Höhe Adolfstraße und den damit einhergehenden Markierungen, Beschilderungen und baulichen Anpassungen werde die Verkehrssicherheit für den Radverkehr vergrößert. Gleichzeitig bleibe die Netzfunktion erhalten.

Die Umsetzung der Sperre sieht acht Poller und eine Markierung der Sperrflächen vor. Vier Poller werden herausnehmbar sein, sodass Einsatzfahrzeuge im Notfall passieren können. Alle Poller erhalten eine reflektierende rot-weiße Schraffur. Georg Förster, Leiter des Straßenverkehrsamts, geht davon aus: „Fahrzeuge, die die Heinrich-Heine-Straße als Verbindung zwischen Frankfurter Straße und Ludwig-Mond-Straße/Schönfelder Straße nutzen, werden während des Versuchs andere Wege im Straßennetz suchen und finden.“ Gewollt seien die Alternativrouten über die Verbindung Frankfurter Straße/Ludwig-Mond- Straße sowie Frankfurter Straße/Tischbeinstraße. „Es wird erwartet, dass insbesondere Lkw diese Wege auch wählen werden.“

Der Umbau der Heinrich-Heine-Straße, der 2019 starten sollte, war nach Bürgerprotesten zum Erhalt der Straßenbäume gestoppt worden. Millionen von Fördergeld verfielen. Wann und aus welchem Fördertopf finanziert die anstehende Sanierung der Straße realisiert werden kann, können die Fachleute aus dem Straßenverkehrsamt noch nicht sagen. (Christina Hein)

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