Verantwortlicher drückte sich vor 80 Euro Bußgeld

Bußgeldverfahren: Popstar raste und musste doch nicht zahlen

Kassel/Mannheim. Pikantes Detail der jüngsten Statistik der Zentralen Bußgeldstelle im Regierungspräsidium: Die Kasseler Beamten, die für ganz Hessen zuständig sind, hatten 2011 versucht, einem Temposünder aus dem Showgeschäft ein Bußgeld zuzustellen. Nun gab das RP Details bekannt.

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Es handele sich um einen Popstar aus Mannheim, sagte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke. Dieser war im Frühsommer 2011 auf der A5 bei Darmstadt in eine Radarfalle geraten. Daraufhin wollte ihm das RP ein 80-Euro-Bußgeldbescheid zustellen. Weil der Mann unter seiner Meldeadresse nicht mehr wohnte, versuchten die Beamten über seine Heimatkommune den Aufenthalt zu ermitteln. Dies gelang nicht, weil er dort seine aktuelle Anschrift nicht angegeben hatte.

Nach Ermittlungen gelang es, den Kontakt zur Mutter herzustellen. Diese bot an, man solle ihr den Bußgeldbescheid zustellen - sie leite es weiter. Das RP ging darauf ein. Weil dennoch keine Zahlung einging, mahnte das RP und drohte dann mit dem Gerichtsvollzieher.

Dann meldete sich der Anwalt des Temposünders und machte geltend, dass der Bescheid nicht ordnungsgemäß an seinen Mandat zugestellt wurde. Es kam über diese Frage zum Rechtsstreit vor dem Amtsgericht Darmstadt. Das RP unterlag. Wegen einer dreimonatigen Verjährungsfrist kam der Promi davon. (bal)

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