Gärtnern und Floristen freuen sich

Populärstes Geschenk zum Valentinstag sind Blumen

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Der Klassiker zum Valentinstag: Ein liebevoll gebundener Strauß frischer Blumen. Die Kunden schätzen nach Angaben der Floristen handwerkliche Verarbeitung und den Service der Blumenläden.

Kassel/Baunatal. „Es müssen ja nicht immer rote Rosen sein“, sagt Heinrich Göllner (56), der hessische Präsident des Fachverbands deutscher Floristen und Vize-Präsident des Floristen-Bundesverbands. Fest stehe, dass die meisten Menschen den Valentinstag mit Blumengrüßen in Verbindung bringen.

Für die Branche sei es einer der umsatzstärksten Tage im Jahr, sagt der Fachmann mit Geschäften in Baunatal und Kassel.

Auch in den Blumenläden aller 60 Verbandsmitglieder in Nordhessen - die Gesamtzahl der Floristen in und um Kassel schätzt Göllner auf das Doppelte - brummt es zum Valentinstag. Göllner hat doppelt so viele Blumen in seinen Läden im Angebot wie gewöhnlich. Auch das Datum, 14. Februar, spreche dafür, dass die Kunden ausgehungert nach frischen Blumen sind. Günstig für den Umsatz sei zudem, wenn der Valentinstag mitten in der Woche liege.

Heinrich Göllner

Zur Zeit, als Göllner vor fast 40 Jahren seine Gesellenprüfung gemacht hat, haben die Gärtner und Floristen noch Valentinsbälle veranstaltet, erzählt er. Die Vermarktung des Valentinstags habe sich in den Kinderschuhen befunden. Heute laufe die Werbemaschinerie auf Hochtouren. Viele andere Branchen hätten sich darangehängt. Man verschenke nicht mehr nur Blumen, sondern auch Süßes, Schmuck, Textilien. Für die Floristen sei diese Popularität nicht von Nachteil.

„Valentinstag ist einfach beliebt und die Menschen begehen ihn gerne.“ Beschenkt werde nicht nur der oder die Liebste, auch der nette Nachbar oder die Kollegin bekommen einen Valentinsgruß: „Menschen, denen man Danke sagen und ein Gefühl der Sympathie zum Ausdruck bringen möchte“, sagt Göllner. Die Kunden in den Blumenläden seien Junge wie Ältere.

Die Blumenwünsche seien unterschiedlich. Sie reichten vom klassisch rund gebundenen Strauß bis hin zum Trend, bei dem die Natürlichkeit der Blumen im Vordergrund steht.

Die Zahl der Blumenläden in Nordhessen sei in den vergangenen zehn Jahren um fast ein Drittel zurückgegangen, sagt Göllner. Der Schwund habe sich verlangsamt. Es habe scheinbar eine Marktbereinigung gegeben, nachdem es zuvor starke Konkurrenz durch Discounter und Baumärkte gab. Heute stelle er fest, dass die Kunden „handwerkliche Verarbeitung und Service“ schätzten. Auch die Ausbildungszahlen haben zuletzt eine Delle erfahren, sagt Göllner. Die Schulabgänger stünden nicht mehr Schlange. Deshalb unternehme die Branche viel, um Nachwuchs zu gewinnen.

Göllner führt das 1930 von seinem Großvater gegründeten Unternehmen mit seiner als Floristin preisgekrönten Tochter Kathrin fort. (chr)

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