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Eingangsportal soll jetzt restauriert werden

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Von: Anna Lischper

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Ein verputztes Fachwerkhaus, das an der Wolfsangerstraße 104 stand und mehr und mehr verkam.
So sah es einmal aus: Das verputzte Fachwerkhaus stand an der Wolfsangerstraße 104 und verkam mehr und mehr. Der Besitzer kümmerte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht und am Ende war das Haus nicht mehr zu retten. © privat/nh

Viel übrig blieb nicht von dem Fachwerkhaus an der Wolfsangerstraße 104, als es im September 2016 abgerissen wurde. Um wenigstens einen Teil des zweitältesten Hauses des Stadtteils zu erhalten, haben ehrenamtlich Engagierte des Stadtteils dessen Eingangsportal sichergestellt und eingelagert. Jetzt soll es raus aus dem Depot und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Auftrag: Geschichtsvermittlung.

Nach dem Abriss 2016: Das Bild zeigt den Eingangsbereich des Fachwerkhauses, das einst das zweitälteste des Stadtteils war. Das Portal soll restauriert und auf dem Schulhof der Grundschule Wolfsanger/Hasenhecke installiert werden. Archi
Nach dem Abriss 2016: Das Bild zeigt den Eingangsbereich des Fachwerkhauses, das einst das zweitälteste des Stadtteils war. Das Portal soll restauriert und auf dem Schulhof der Grundschule Wolfsanger/Hasenhecke installiert werden. Archi © privat

Wolfsanger - Diese Woche setzen sich Heimatfreunde, Förderverein Stadtteilkultur und Ortsbeirat zusammen, um die Finanzierung zu klären. Der Plan ist, das Portal, das aus Pfosten mit Inschriften besteht, restaurieren zu lassen und es dann auf dem Gelände der Grundschule Wolfsanger-Hasenhecke aufzustellen.

Das Fachwerkhaus, auf dessen Grundstück längst ein neues Mehrfamilienhaus gebaut wurde, stammte aus dem Jahr 1694 und war damit älter als der Herkules. Und: Es hat zwei Bombenangriffe überstanden. Das verputzte Fachwerkhaus stand unter Denkmalschutz, zerfiel jedoch zunehmend, weil sich der damalige Besitzer aus Gesundheitsgründen nicht mehr kümmerte. Ein undichtes Dach und gefaulte Holzbalken hätten dem Kulturdenkmal ein Ende gesetzt, erinnert sich Helmuth Brehm. Damals wie heute Ortsvorsteher, hatte ihm beim Abriss „das Herz geblutet“, wie er gegenüber der HNA verdeutlichte. Heute ist er froh und stolz, dass wenigstens der Türstock aus dem 17. Jahrhundert gerettet werden konnte. „Ich hoffe jetzt, dass wir einen würdigen Platz finden, um das Portal der Nachwelt zu erhalten“, sagt Brehm. „Es ist für mich ein einmaliges historisches Zeugnis von Wolfsanger.“

Der Meinung ist auch Rainer Konrath von den Heimatfreunden Wolfsanger. „Das Tor kann Anlass sein, überhaupt über Geschichte nachzudenken. Es ist ein Sinnbild für die Fachwerkbauweise.“

Inwieweit auch der Stadt daran gelegen ist, den letzten Rest des Kulturdenkmals zu erhalten, wird sich zeigen. „Die Anfrage liegt dem Hochbauamt vor. Sobald die Finanzierung geklärt ist, reichen wir sie nach“, kündigt Brehm an und verweist auf einen mittleren vierstelligen Betrag. Kostenvoranschläge liegen vor, das meiste Geld fließe in die Restaurierung nach historischem Vorbild. „Dafür braucht es Fachwissen aus der Fachwerkkultur.“ Förderverein Stadtteilkultur und Ortsbeirat hoffen auf weitere finanzielle Unterstützer, um die Summe zu stemmen.

Katrin Endig-Rausch, die die Grundschule Wolfsanger/Hasenhecke leitet, befürwortet das Vorhaben, das restaurierte Portal auf dem Schulhof der Grundschule zu platzieren. „Wir würden uns freuen, wenn es klappt.“ Zu Beginn des Vorhabens habe es eine Begehung mit Ortsbeirat und Heimatverein gegeben, um einen geeigneten Standort zu finden. „Danach habe ich das Anliegen bei der Stadt vorgetragen und nun geht die Sache ihren Weg“, sagt Endig-Rausch.

Die Pädagogin will das als Anlass für lebendige Geschichtsvermittlung nehmen: „Wir nehmen im Sachunterricht in den Klassen 2 oder 3 immer das Thema Wolfsanger durch, ein Schwerpunkt hier ist die Historie des Stadtteils.“

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