Außenminister war in Kassel zu Gast

TV-Anwalt Posch kämpft jetzt auch für die Republik Moldau

Hoher Besuch in Kassel: Moldaus Außenminister Oleg Tulea (links) war zu Gast bei Christopher Posch, der nun Honorarkonsul seines Landes ist.
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Hoher Besuch in Kassel: Moldaus Außenminister Oleg Tulea (links) war zu Gast bei Christopher Posch, der nun Honorarkonsul seines Landes ist.

Als TV-Anwalt hat sich der Kasseler Strafverteidiger Christopher Posch einen Namen gemacht. Nun ist er auch Honorarkonsul für die Republik Moldau. Davon könnte auch die nordhessische Wirtschaft profitieren.

Kassel – Dass Christopher Posch ein Faible für osteuropäische Länder hat, ist bekannt. „Die Menschen dort sind bei Weitem noch nicht so satt wie wir“, sagt der Kasseler Rechtsanwalt, „sie können sich über Dinge freuen, die für uns selbstverständlich sind.“

Vielleicht freuen sich die 3,5 Millionen Einwohner der Republik Moldau gerade darüber, dass sich der mit Reality-TV-Formaten wie „Christopher Posch – Ich kämpfe für Ihr Recht!“ bekannt gewordene Jurist nun auch für sie einsetzt. Bereits seit einigen Monaten ist der 44-Jährige als Honorarkonsul für das Land tätig, das es als eigenständigen Staat erst seit 1991 gibt und das einst zu Rumänien und der Sowjetunion gehörte.

Am Samstag gab es in Poschs Kanzlei im ehemaligen Gefängnis Elwe in der Unterneustadt einen Empfang, bei dem erste Kontakte zwischen Nordhessen und der Republik geknüpft wurden, die früher gern Moldawien genannt wurde. Dazu war eigens Außenminister Oleg Tulea von einem Termin bei der EU aus Brüssel angereist. Neben dem Politiker der Mitte-links-Regierung begrüßte Posch den Botschafter aus Berlin, den Generalkonsul aus Frankfurt, den hessischen Staatssekretär Mark Weinmeister sowie Unternehmer aus der Region.

Mit 109 konsularischen Vertretungen hat Hessen mehr als jedes andere Bundesland. Die allermeisten sind im Finanzzentrum Frankfurt ansässig. Dass nun auch Kassel auf der Landkarte der Honorarkonsuln vertreten ist, hat mit einem guten Freund Poschs zu tun, der in der Republik Moldau als General Manager für Sonderwirtschaftszonen tätig ist. Ihm vermittelte der in Melsungen aufgewachsene Rechtsanwalt Kontakte zu hessischen Unternehmen. So kam man ins Gespräch.

Seine Aufgabe, für die er kein Gehalt bekommt und auch keine Gebühren erhebt, beschreibt Posch so: „Ich gebe Bürgern und der Regierung Hilfestellung.“ Das könne ein in Kassel gestrandeter Bürger Moldaus sein. Aber auch um die wirtschaftlichen Beziehungen in das Land unweit des Schwarzen Meers will sich der Kasseler kümmern.

Er lobt die boomende IT-Branche in der Hauptstadt Chisinau, in der 670 000 Menschen leben und die von Frankfurt aus nur zwei Flugstunden entfernt ist. Und er fragt sich, warum so viele deutsche Unternehmen in Asien und der fernen Welt produzieren lassen, aber nicht in Sonderwirtschaftszonen wie etwa in Moldau. Gerade für Autozulieferer und Kontakte nach Russland sei die Republik interessant.

Fragt man Posch, wie er die politische Situation des Landes sieht, in dem bis vorigen Sommer ein kriminelles Oligarchen-Regime herrschte, antwortet er wie ein Diplomat: „Dort ist eine gewählte Regierung im Amt. Wir sollten immer erst einmal vor der eigenen Haustür kehren.“

Sobald es Corona zulässt, will der Strafverteidiger, der am Hamburger Landgericht derzeit den wegen Körperverletzung und anderer Delikte angeklagten Rap-Star Gzuz vertritt, mit einer Delegation in das Land reisen, das er bereits zweimal besucht hat.

Dass er nun Honorarkonsul ist, wird man bald auch an seinem Auto erkennen. Alle Fahrzeuge von Konsulaten und deren Bediensteten tragen das Zusatzkennzeichen CC, das für „Corps Consulaire“ steht. Posch hatte bislang noch keine Zeit, es anzubringen. (Matthias Lohr)

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