Vandalismus

Post in Kassel kämpft gegen Ekel: Mann wirft immer wieder Kot in Briefkästen

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Wegen Vandalismus sind derzeit in Kassel-Bad Wilhelmshöhe viele Briefkästen gesperrt.

Die Deutsche Post hat in Kassel mit einem ekligen Fall von Vandalismus zu kämpfen: Mehrere Briefkästen wurden mit Kot verunreinigt.

Kassel – Eine sehr eklige Form von Vandalismus macht der Post in Kassel zu schaffen. Wie Sprecher Thomas Kutsch bestätigt, sind über einen Zeitraum von mittlerweile zwei Jahren mehrere Briefkästen im Stadtgebiet mit Exkrementen verunreinigt worden. Der Täter wirft dabei zum Beispiel immer wieder Fäkalien in die Öffnung der Kästen. Einige Briefe wurden dabei so stark beschädigt, dass sie nicht mehr zugestellt werden konnten. Eine Vielzahl anderer Sendungen mussten Mitarbeiter des Briefverteilzentrums von dem Dreck säubern – eine nahezu unzumutbare Aufgabe.

Betroffen sind vorwiegend Briefkästen rund um den ICE-Bahnhof in Bad Wilhelmshöhe. Einige von ihnen musste die Post vorübergehend sperren. Nach entsprechenden Anzeigen stehen die Ermittlungen der Polizei nun kurz vor dem Abschluss, wie Sprecher Matthias Mänz bestätigt. Der Fall geht dann zur Staatsanwaltschaft.

Kot in Briefkästen der Deutschen Post: Tatverdächtiger ist bekannt

Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen psychisch kranken Mann, der schon einmal für Aufsehen gesorgt hat – als Stalker eines Kasseler Arztes. Auch dem Mediziner warf er Beutel mit Exkrementen in den Briefkasten. Ein psychiatrisches Gutachten von 2015 bescheinigte damals die Schuldunfähigkeit des Mannes. 

Da seine Tat nicht als erheblich eingestuft wurde, kam er nicht in eine psychiatrische Einrichtung. Eine solche Unterbringung für Schuldunfähige wird laut Andreas Thöne, dem Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft, generell nur bei einer entsprechenden Schwere der Tat in Betracht gezogen – bei Körperverletzungen etwa, in der Regel aber nicht bei einer Sachbeschädigung. Um diese in Zukunft zu verhindern, sei die Polizei zuständig.

Post ist Vandalismus in Kassel "extrem unangenehm"

Die Post hofft zumindest, dass der Mann bald Ruhe gibt – so oder so. Denn, so drückt es Sprecher Thomas Kutsch aus: „Die Sache ist extrem unangenehm: für unsere Mitarbeiter und natürlich auch für die Kunden.“ Die werden immer informiert, wenn eine Sendung nicht oder nur beschädigt zugestellt werden kann.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Kasseler Arzt ähnliche Fälle von Vandalismus öffentlich gemacht, wie sie nun bei der Post aufgetreten sind, berichtet hna.de*. Über mehrere Monate hatte nach HNA-Informationen derselbe Mann immer wieder Unrat und mit Fäkalien beschmutze Gegenstände in den Briefkasten der Arztpraxis gesteckt. Zudem war der Mediziner auf Plakaten in der Öffentlichkeit verunglimpft worden. Auch der Ärztliche Bereitschaftsdienst war betroffen. Seit einigen Monaten gibt es an der Arztpraxis allerdings keine Vorfälle mehr.

Von Florian Hagemann und Kathrin Meyer

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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