Nach Urteil zu unerwünschter Werbung erwägt das Unternehmen Revision

Post zum Reklameurteil: Kaum Protest gegen Plastik

Thomas

Kassel. Vor dem Hintergrund eines aktuellen Gerichtsurteils über unerwünschte Werbung im Briefkasten verweist die Deutsche Post DHL auf die Möglichkeit, solche Zustellungen mit einem „Nein, danke“-Aufkleber auf dem Briefkasten zu verhindern.

„Unsere Zusteller tun, was sie können, um solche Vorgaben zu beachten“, sagte der für Nordhessen zuständige Post-Sprecher Thomas Kutsch.

Nach seinen Angaben werden jeden Samstag im Ballungsraum Kassel / Göttingen bis zu 460 000 Exemplare der Sendung „Einkauf aktuell“ verteilt. Um dieses Produkt – ein TV-Programm plus Werbebeilagen in Plastikfolie verschweißt – war es bei dem Rechtsstreit gegangen.

Der Kläger sah sich „zur Mülltrennung genötigt“ und hatte die Post mehrmals schriftlich aufgefordert, diese Sendungen an ihn einzustellen. Das Gericht folgte seiner Argumentation, dass dies zur Vermeidung bestimmter Werbesendungen ausreichen müsse und es dann keines zusätzlichen Aufklebers am Briefkasten bedürfe, welcher sich auch auf andere Werbung auswirken würde.

Das Urteil könnte weitreichende Folgen für die gesamte Werbebranche haben, falls es in höheren Instanzen bestätigt wird. „Wir prüfen derzeit, ob wir in Revision gehen“, sagte Kutsch; Näheres werde sich in der kommenden Woche entscheiden. Aus dem Raum Kassel sei nicht bekannt, das es in nennenswertem Umfang Unmut gegen die Werbepost in der Folie gebe. „Es gibt bestimmt einige Leute, die sich ärgern“, räumte Kutsch ein. Er wies darauf hin, dass auch zahlreiche andere Werbeprodukte – etwa Versandhauskataloge – in Folie verpackt versendet würden.

Gerhard Halm, Betriebsleiter der Stadtreiniger, bezeichnete die Folienverpackung als überflüssig und unter dem Aspekt der Abfallvermeidung nicht sinnvoll. Die Stadtreiniger sammeln in Kassel das Altpapier ein. Ein größeres Problem gäbe es durch Folien im Papier allerdings nicht. (asz)

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