Goethestraße 29 ist nach Auszug des Palais Hopp wieder Veranstaltungsort im Vorderen Westen

Solidarprojekt „PostamD“ bietet Kultur in Kassel eine Bühne

Zu sehen sind vor dem Veranstaltungsort „Goethes Postamd“, in Kassel, Goethestraße 29: Peter Zypries, Sabine Iffert und Jan Wellershaus vom Orga-Team des Vereins „PostamD“.
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Freuen sich auf kulturelle Belebung der Goethestraße 29: Peter Zypries, Sabine Iffert und Jan Wellershaus vom Orga-Team des Vereins „PostamD“.

Es geht weiter im Vorderen Westen mit dem Veranstaltungsort Goethestraße 29. Diese erfreuliche Nachricht ist im aktuellen Corona-Stress fast untergegangen, vielleicht auch deshalb, weil auf eine große Eröffnungsparty verzichtet werden musste. In die prächtigen hohen Räume über zwei Etagen mit geräumiger Bühne und vergoldeten Schmucksäulen, in denen zuletzt das Palais Hopp und davor das Varieté Starclub residierte, ist jetzt „Goethes PostamD“ eingezogen.

Der rätselhafte Name „Goethes PostamD“ hat einen nachvollziehbaren Grund, erklärt Peter Zypries vom Vereinsteam: Ganz früher, bevor hier auch schon mal eine Diskothek oder ein Teppichladen den Ort bespielten, war die Goethestraße 29 die Adresse eines Postamts. Damit die Menschen aber nicht auf die Idee kommen, hier Briefmarken kaufen zu wollen, schufen die neuen Inhaber mit dem „D“ am Ende des Namens ein Alleinstellungsmerkmal.

Träger des neuen Veranstaltungsorts ist der Kulturverein „Goethes PostamD“. Die Vorsitzende des im April gegründeten Vereins, Sabine Iffert, betont die Offenheit der neuen Bühne. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, Kunst und Kultur zu fördern“, heißt es auf der PostamD-Homepage. „Es ist uns wichtig, dass wir hier ganz unterschiedliche Nutzer haben“, sagt Iffert. Das können Bands sein, Sänger, Comedians, Kleinkunst, aber auch Vereine für Lesungen, Präsentationen, Workshops, ob Mädchenhaus oder sozialer Friedensdienst. „Wir wollen möglichst breit aufgestellt sein.“ Das Feedback aus der Szene sei begeistert.

Ohne viel Lärm aber dafür auf höchst spannende Weise ist der Veranstaltungsbetrieb inzwischen angelaufen. Nicht zuletzt auch mit virtuellen Formaten wie dem Konzertstreaming 404020-Sessions, für das zuletzt die Kasseler Band Mykket Morton ihren Auftritt von der PostamD-Bühne aus ins Internet gestellt hat. Das Publikum kann dann zuhause digital entscheiden, ob und wieviel Applaus sie in Form einer Spende den Musikern überweisen.

Die Räume waren schon angemietet, dann kam der Lockdown“, sagt Peter Zypries vom Orga-Team. Inzwischen sei ein praktikables Hygiene-Konzept erarbeitet worden. Im Zuschauerraum stehen wenige Tische, Sofas und Stühle, damit die maximal 40 Besucher genügend Abstand halten können. Im Keller seien viele Stühle eingelagert, verrät Sabine Iffert, für die Nach-Corona-Zeit, wenn hoffentlich wieder Normalbetrieb herrscht.

Sie erklärt: „Das PostamD ist ein Solidarprojekt.“ Weil die Rainer-Dierichs-Stiftung die Mietkosten für den Verein übernimmt, könne mit sehr geringen – individuell abgesprochenen – Nutzungsentgelten gearbeitet werden, je nachdem, was der Nutzer benötigt. Goethes PostamD kann Equipment für Licht und Ton sowie Video-Präsentationen zur Verfügung stellen. Sogar ein Techniker steht mit Jan Wellershaus vom Orga-Team zur Verfügung. Seine Arbeitszeit müsste natürlich entlohnt werden“, sagt Sabine Iffert. Arbeiten wie Reinigung und Instandhaltung erledigen die Vereinsmitglieder zurzeit noch ehrenamtlich.

Unter anderem diese Veranstaltungen gibt es demnächst im PostamD:

.  20. Oktober, 19.30 Uhr: Hardcore-Lyrik trifft Hardcore-Schlager, Clemens Schittko und Casio Rakete

.  1. November, 17 Uhr: Poesietheater Kassel mit Frauke und Felix Kläy, Lyrikperformance mit Texten von Johann Wolfgang Goethe

Mehr Infos und Kontakt: E-Mail: kontakt(at)goethes-postamd.de goethes-postamd.de

Von Christina Hein

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