Briefe und Pakete

Postboten im Stress, Kunden meckern: Probleme bei Zustellung

Kassel. Stress bei der Post: Alle Jahre wieder in der Vorweihnachtszeit geht es für die Mitarbeiter von Post und Paketzustellern hoch her.

Im Dezember erhöht sich das Volumen der Briefe um ein Drittel, das der Pakete verdoppelt sich, sagt Postsprecher Thomas Kutsch. Das Resultat: Etliche Kunden meckern, dass die Post in einigen Kasseler Stadtteilen zu spät kommt.

Ein Briefträger, der durchschnittlich 1000 bis 1500 Briefe am Tag verteilt, kommt jetzt leicht auf 2000 Postsendungen, heißt es bei der Post. Zum hohen Briefaufkommen kommen Krankenstände der Zusteller hinzu.

Um die Kollegen zu entlasten, seien für diese Zeit für die 217 Kasseler Zustellbezirke 17 zusätzliche Kräfte eingestellt worden. Für Spitzen stünden an den Wochenenden studentische Aushilfen bereit.

Trotz dieser Bemühungen häufen sich in diesen Tagen wieder Beschwerden über mangelnde Zuverlässigkeit der Post. Auch Klagen eines Zustellers über eine hohe Arbeitsbelastung wurden gegenüber der HNA geäußert.

Die Erhöhung des Portos vor einem Jahr hatte die Deutsche Post damit gerechtfertigt, dass sie in Deutschland Briefe innerhalb von 48 Stunden zustelle. Wegen „gestiegener Personalkosten“ wird das Porto jetzt weiter klettern. Das Versenden eines Standardbriefs kostet ab 1. Januar 62 statt 60 Cent. (chr)

Zusteller müssen Feierabend einhalten

Post-Sprecher Thomas Kutsch verweist auf Arbeitszeitregelung – Einige Postkunden unzufrieden

Unzufriedenheit bei einigen Postkunden: „Die Post wird nur noch ein oder zwei Mal pro Woche zugestellt“, sagt Marco Fiedler aus dem Vorderen Westen. Dies sei ein unhaltbarer Zustand, vor allem, „wenn man beruflich auf die Zustellung von Post angewiesen ist“.

Besonders Ärgerliches hat kürzlich auch Horst Nienroth aus Wehlheiden erlebt. Eine Rechnung an ihn sei wenige Hundert Meter von seiner Adresse entfernt in die Post gegeben worden. Erst eine Woche später sei sie angekommen. „Der Firma hatte ich aber zugesagt, die Rechnung sofort zu bezahlen.“ Dazu Kutsch: Unregelmäßigkeiten aufgrund von Krankenständen und eines hohen Briefaufkommens bitte man zu entschuldigen. „Fehler kommen vor, aber es gibt keine systematische Überforderung der Zusteller.“

Wenn Briefe nicht innerhalb von zwei Tagen zugestellt werden, sei das die große Ausnahme, sagt Post-Sprecher Thomas Kutsch zu den jüngsten Beschwerden über langsame Post in den Stadtteilen Wehlheiden, Niederzwehren und Vorderer Westen. In den genannten Bezirken habe es Krankheitsfälle gegeben. Aushilfen seien möglicherweise langsamer. Spätestens nach 10 Stunden und 45 Minuten Tätigkeit sei aber die maximal zulässige Arbeitszeit erreicht; der Postzusteller müsse dann seine Arbeit unterbrechen und Feierabend machen. Außerdem gelte die 38,5-Stunden-Woche. Briefe, die nach 10 Stunden und 45 Minuten nicht verteilt wurden, müssen am nächsten Tag zugestellt werden.

Kutsch bedauert die Fälle verspäteter Briefe: „An die Öffentlichkeit wenden sich nur die wenigen, die ihre Post nicht pünktlich bekommen haben.“ Für die Briefzusteller brechen indes sowohl Horst Nienroth als auch Marco Fiedler eine Lanze. „Die Briefträger sind nicht schuld, die werden ja ständig mehr belastet.“ Eine „systematische Überforderung“ der Zusteller durch die Deutsche Post weist Kutsch von sich. Mitarbeiter, die sich überlastet fühlten, sollten sich mit ihrem Vorgesetzten in Verbindung setzen, um bald Abhilfe zu schaffen. (chr)

Video: Der Weg eines Pakets - so funktioniert die Zustellung

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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