Stadtbaurat holt Weggefährten an seine Seite

Ein Posten für Noldas Parteifreund

Axel Jäger

Kassel. Sie sind langjährige Weggefährten: Stadtbaurat Christof Nolda und Axel Jäger haben zusammen in Kassel studiert und waren mehrere Jahre als Partner eines Architekturbüros beruflich eng miteinander verbunden.

Beide kommen aus Baden-Württemberg, haben ihre politische Heimat bei den Grünen. Nun arbeiten sie wieder zusammen: Nolda als Chef des Kasseler Baudezernats, das er seit einem Jahr führt, und Jäger als Leiter des Amtes für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung.

Der 48-Jährige soll - wie bereits kurz berichtet - zum 1. März die Nachfolge des langjährigen Amtsleiters Hans-Joachim Neukäter antreten, der Ende Januar in den Ruhestand gegangen ist. Jäger wird damit Chef von 150 Mitarbeitern.

Verwaltungserfahrung, wie andere Bewerber um den Posten, bringt der künftige Amtsleiter nicht mit. Jäger, der wie Nolda vor dem Studium eine Lehre als Zimmerer gemacht hatte und seit 2004 als freischaffender Architekt in Fritzlar tätig ist, war einer von 40 Interessenten, die sich in einem bundesweiten Auswahlverfahren um den Amtsleiterposten beworben hatten.

Christof Nolda

Dass sich Nolda einen Parteifreund und Weggefährten ins Baudezernat holt, stößt bei den Oppositionsfraktionen auf Kritik. Die CDU spricht von einem „klaren Fall von Vetternwirtschaft“. Auch wenn gegen die fachliche Qualifikation Jägers nichts einzuwenden sei, deute alles darauf hin, „dass man bewusst jemanden auf die Amtsleiterstelle heben wollte“, sagt CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett. Formal könne man wohl nichts an dem Verfahren aussetzen. Mögliche Mitbewerber seien dem Vernehmen nach aber durch eine frühe Festlegung auf den Fritzlarer abgeschreckt worden.

„Das hat natürlich ein erhebliches Geschmäckle“, sagt FDP-Fraktionschef Frank Oberbrunner. Alles deute darauf hin, dass sich Nolda im Baudezernat mit Gleichgesinnten umgeben wolle, um die ökologisch ausgerichtete Politik der Grünen voranzutreiben. Mit der Personalauswahl wolle er „möglicherweise auch jeden fachlichen Widerstand ausschalten. Das ist natürlich bedenklich.“

Nolda weist die Vorwürfe als unberechtigt zurück. „Ich kann nicht mehr machen als ein sauberes Verfahren“, sagt er. Er habe von 1999 bis 2004 mit Jäger zusammengearbeitet. „Seitdem sind unsere Wege erheblich getrennt.“ Jäger sei als Sieger des Auswahlverfahrens hervorgegangen. „Ich habe mich gefreut, dass er sich beworben und gewonnen hat.“

Von Ellen Schwaab

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