Vereint im Protest

Post-Mitarbeiter demonstrieren gegen Zerschlagung des Konzerns und Lohndumping

Mit dem Megafon auf dem Opernplatz: Der Ver.di-Gewerkschaftssekretär Roland Blumenauer sprach am Freitagmittag zu den etwa 200 Mitarbeitern aus Kassel und Umgebung. Er appellierte an die Gemeinsamkeit: „Wir alle sind Postler.“ Foto: Hermann

Kassel. „Druck von unten!“ – so das Motto – haben am Freitagmittag 200 Mitarbeiter der Deutschen Post DHL auf dem Kasseler Opernplatz gemacht.

Der Protest der Beschäftigten aus Kassel und der näheren Umgebung richtete sich gegen die Zerschlagung des Konzerns und „erpresserisches Lohndumping“.

„Wer Nein sagt zum Kämpfen, wird morgen ohne Zukunft sein“, hieß es auf Schildern und Plakaten. Karl-Friedrich Sude, Betriebsratsvorsitzender der Kasseler Brief- und Paketzentren, kritisierte die „schamlose Ausnutzung von Druckmöglichkeiten“ gegenüber den Arbeitnehmern, um die Vorstandsgehälter weiter zu erhöhen. Wie berichtet, soll die Paketzustellung in 49 Billigtöchter (DHL Delivery) verlagert werden, um die Lohnkosten zu senken.

Laut Ver.di befinden sich rund 400 Post-Beschäftigte in Nordhessen im Ausstand. Zum Streik aufgerufen sind sämtliche Zustellbereiche in Kassel, Baunatal, Vellmar, Ahnatal, Niestetal, Kaufungen, Calden, Söhrewald, Schauenburg, Melsungen, Spangenberg, Guxhagen, Staufenberg, Naumburg, Wabern, Fritzlar, Felsberg, Bad Emstal, Niedenstein, Hofgeismar, Reinhardshagen, Immenhausen, Breuna, Diemelstadt, Diemelsee, Bad Arolsen, Twistetal, Korbach, Volkmarsen, Schwalmstadt und Neukirchen. Kritik übt die Gewerkschaft an den eingesetzten Beamten und Aushilfen an Sonntagen. „Die von der Post AG gezahlte Streikbruch-Prämie für die Sonntagsarbeit gefährdet die soziale Sicherheit“, sagte Ver.di-Gewerkschaftssekretär Roland Blumenauer. Mit der Kundgebung wolle man auf die Anliegen der Postler aufmerksam machen. Blumenauer: „Wir brauchen die Unterstützung der Bevölkerung und der Politik.“

Unterstützung der Parteien

Unterstützung für die Postler bekundeten SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck, Grünen-Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch und die Landtagsabgeordnete Marjana Schott (Die Linke). Ein Ende des Streiks ist nicht in Sicht. Die Post appelliert an Ver.di, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Mit Aushilfskräften tue man alles dafür, die Verzögerung bei der Zustellung gering zu halten, teilte das Unternehmen mit.

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