Erst nach zwei Stunden kam deutliche Mehrheit zustande

Präsidentenwahl der Uni Kassel: Zitterpartie bis zum Schluss

+
Angespanntes Warten: Prof. Winfried Speitkamp (links) und Prof. Reiner Finkeldey verfolgten im Gießhaus die Wahl im Gießhaus. Nach mehr als zwei Stunden machte Finkeldey schließlich das Rennen.

Kassel. Fast hätte Reiner Finkeldey ein Knöllchen zum Präsidentenamt dazu bekommen. Mehr als zwei Stunden zog sich die Wahl im Gießhaus hin.

Als sich der erweiterte Senat nach den beiden ersten Wahlgängen, die keine absolute Mehrheit gebracht hatten, zur Beratung zurückzog, scherzte der Göttinger: Da werde er mal lieber sein Parkticket verlängern.

Das Warten hat sich für den 52-jährigen Forstgenetiker, der derzeit Vizepräsident der Uni Göttingen ist, gelohnt: Im vierten Anlauf erhielt er mit 25 von 33 Stimmen ein deutliches Ergebnis. In den ersten Wahlgängen hatte Finkeldey knapp in Führung gelegen, aber nicht die erforderliche absolute Mehrheit von 18 Stimmen bekommen. Damit wird der Göttinger ab Oktober neuer Präsident der Uni Kassel sein.

Lexikonwissen: 

Finkeldey im Regiowiki

Der Kasseler Geschichtsprofessor Winfried Speitkamp hatte das Nachsehen. Er gratulierte seinem Konkurrenten und künftigen neuen Uni-Präsidenten als erster. Die beiden Kandidaten hatten die Wahl in einer der hinteren Reihen im Gießhaus nebeneinander verfolgt. Finkeldey, der nach der zweistünden Zitterpartie mit freudig-erregter Stimme die Wahl „sehr, sehr gerne“ annahm, dankte dem erweiterten Senat für das entgegengebrachte Vertrauen. Die kommenden Monate wolle er nutzen, um sich mit der Universität, ihren Mitarbeitern und Professoren und den Strukturen in Kassel noch vertrauter zu machen.

Finkeldey ist seit 2001 Professor für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung der Uni Göttingen, seit 2013 ist er Vizepräsident. Dort hat er auch studiert und promoviert. Nach der Promotion arbeitete und forschte er unter anderem auf den Philippinen und in Thailand sowie in der Schweiz, bis er wieder zu seinen akademischen Wurzeln zurückkehrte. Der 52-Jährige ist verheiratet und lebt in Göttingen.

Prof. Rolf-Dieter Postlep, der im Herbst nach 15 Jahren das Präsidentenamt niederlegt, gratulierte seinem designierten Nachfolger: „Vor Ihnen liegen bedeutende Herausforderungen, und ich bin mir sicher, dass Sie die Entwicklung der Universität Kassel erfolgreich gestalten werden.“

Postlep war übrigens im Jahr 2000 auch mit einem denkbar knappen Ergebnis erstmals ins Amt gewählt worden. Er hatte seinerzeit erst im fünften, letzten zulässigen Wahlgang die nötige Mehrheit erreicht. Schon bei seiner ersten Wiederwahl nach sechs Jahren saß er aber fest im Sattel. Auch in die dritte Amtszeit war er 2012 mit großer Mehrheit gewählt worden. (rud)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.