Kassel-Tourist-Chef spricht von mittlerem Preisniveau - Weimar und Freiburg sind günstiger

Preise sollen nach Ausbau nicht steigen

Knut Seidel

Für Veranstalter sollen die Preise nach dem Ausbau nicht steigen. Die Mieten sind für manche bereits heute hoch. „Grundsätzlich ist die Stadthalle nicht billig“, sagt Insa Pijanka, Orchestermanagerin am Kasseler Staatstheater. Das größte Problem sei aber die Akustik, die nicht ideal sei. „Klassische Konzerte haben keine Priorität, das merkt man.“ Das Orchester des Staatstheaters ist im Jahr mit acht Sinfoniekonzerten in der Stadthalle vertreten.

Für die Saalmiete (1400 Plätze) werden laut Kassel-Tourist-Chef Knut Seidel ohne Nebenkosten 3975 Euro fällig. Auch wenn die Verhältnisse nicht direkt miteinander vergleichbar sind, lohnt ein Blick in andere Städte. Im thüringischen Weimar zum Beispiel fällt die Miete günstiger aus. Der Saal in der Weimarhalle, in der bei einem klassischen Konzert 900 bis 970 Menschen Platz finden, kostet 2400 Euro plus Nebenkosten. Dieser Preis gilt laut Geschäftsführerin Ulrike Köppel für Kulturveranstaltungen. Sie würden mit zehn Prozent subventioniert. Bei Kongressen, bei denen das Foyer meist mitgebucht wird, werden 4700 Euro fällig. Die Grundmiete für den Saal beträgt 2850 Euro.

Die Staatskapelle des Nationaltheaters Weimar, die alle Sinfoniekonzerte in der Weimarhalle gibt, muss sich aber auf die nicht so gut vermarktbaren Termine Sonntag und Montag beschränken. Der lukrative Samstag ist Kongressen oder Galaveranstaltungen vorbehalten. Den Rabatt gibt es laut Köppel auch, weil die Staatskapelle die Weimarhalle regelmäßig nutzt. Außerdem sei der technische Aufwand geringer als bei Kongressen. Die günstigen Preise erklärt sie auch mit der geringeren Nachfrage, weil große Firmen im Umkreis fehlten.

In Freiburg zahlen alle dasselbe. Die Grundmiete für einen Saal mit 1744 Plätzen beträgt laut Markus Bürger von der Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG 3300 Euro. „Der Konzertveranstalter zahlt bei uns genauso viel wie der Kongressveranstalter.“

Laut Kassel-Tourist-Chef Seidel liegen die Preise für die Stadthalle im Mittelfeld. „Die hohe Auslastung auch bei Konzerten gibt uns Recht, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt“, sagt er. Der Schwerpunkt bei der Vermarktung liegt auf Kongressen. Sie seien auch für die Stadt lukrativer.

Kongresse bringen mehr

„Mit großen Kongressen füllen wir auch die Hotels“, sagt Seidel. Ein Konzertgast gebe im Schnitt 32 Euro am Tag aus, ein Kongressgast mit Übernachtung 141 Euro. Dennoch sehe man sich dazu verpflichtet, kulturelle Veranstaltungen anzubieten. „Der Kultursommer Nordhessen, das Staatstheater und MM-Konzerte sind unsere wichtigsten Kunden.“ (els) Archivfoto: nh

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