Laura und Ulrike haben sich beim Kindercasting eine Rolle in „Drosselbart“ erspielt

Proben vor dem Spiegel

Selbstbewusst und aufgeschlossen: (von links) Ulrike Wiegel, 13 Jahre, aus Ahnatal-Weimar und Laura Gerhold, elf Jahre, aus Guxhagen teilen sich im Musical Drosselbart die Rolle der jungen Prinzessin. Foto: Träger

Kassel. Laura Gerhold hat ihren Urlaub abgesagt. Und Ulrike Wiegel hat - in der Hoffnung, bei dem Kindercasting für das Musical Drosselbart eine Rolle zu ergattern, - erst gar keinen geplant. Die beiden Mädchen haben alles richtig gemacht. Sie teilen sich nun eine Rolle in dem Stück, das auf der Insel Siebenbergen noch bis zum 15. August aufgeführt wird. Laura, elf Jahre, aus Guxhagen und Ulrike, 13 Jahre, aus Ahnatal-Weimar spielen die kleine Prinzessin und ein Kind, das zu der Schausteller-Gruppe gehört.

„Als Prinzessin müssen wir traurig sein, hinfallen und Springseil springen“, sagt Laura. „Und als Kind müssen wir genervt sein und uns über andere lustig machen“, fügt Ulrike hinzu. Für die beiden Schülerinnen ist das kein Problem. Lediglich das Kleid der Prinzessin kratzt etwas. Entschädigung dafür gibt es aber in der Maske. Dort werden die Mädchen frisiert und geschminkt. „Das ist toll, man kann sich dabei vor dem Auftritt entspannen“, sagen die Jungschauspielerinnen. Das Beste sei aber der Himbeer-Lipgloss. „Der schmeckt lecker.“

Proben vor dem Spiegel

Da sie in ihrem Alter nicht die kompletten 34 Vorführungen spielen dürfen, teilen sich Laura und Ulrike die Rolle. Jede von ihnen hat 17 Auftritte und wird – dank der Margarete-Riemenschneider-Stiftung – musikalisch gefördert.

Obwohl sie es gewohnt ist, auf der Bühne zu stehen, - sie hat schon im Schultheater gespielt und Gesangsaufführungen gehabt - ist Laura jedes Mal wieder nervös, kurz bevor es auf die Bühne geht. Ulrike, die seit drei Jahren im Wehlheider Hoftheater spielt und lange Ballett tanzte, ist vor dem Auftritt nicht nervös. Beiden Mädchen ist es nicht schwergefallen, sich auf die Rolle vorzubereiten. Dennoch proben sie ab und zu zuhause vor dem Spiegel: „Damit man gut drinbleibt in der Rolle“, sagt Ulrike.

Drin sind die beiden auch, was die restlichen Schauspiel-Kollegen angeht: „Wir gehören dazu, werden ernst genommen und wie ein Teil der Gruppe behandelt.“ Die Rolle macht den Mädchen, die beide später einmal Schauspielerinnen werden wollen, viel Spaß. Schon im vergangenen Jahr ist Laura als Besucherin auf Siebenbergen gewesen, um sich das Musical anzusehen. „Ich habe gedacht: Da will ich auch mitmachen“, sagt die Elfjährige. Dass sie nun dabei ist, hat sie ihrem Lehrer zu verdanken, der sie auf das Casting aufmerksam gemacht hat. „Daraufhin bin ich hingegangen“, sagt die Schülerin, die nach den Ferien in die sechste Klasse der Gesamtschule Guxhagen kommt.

Freundinnen geworden

Die Mädchen hatten nicht nur Glück, die Rolle zu bekommen, sondern auch, dass sie sich gut verstehen. „Wir mögen uns und helfen uns gegenseitig, die Schritte zu lernen“, erzählt Ulrike, die die achte Klasse des Engelsburg-Gymnasiums besucht. Ob schon mal etwas schiefgegangen ist auf der Bühne? „Ja“, verrät Laura. Sie hat ein Rad geschlagen und vergessen, ihre Radlerhose unter das Kleid zu ziehen. „Da hat man meine Unterhose gesehen“, sagt sie. Doch Laura wäre keine Schauspielerin, hätte sie diese Situation nicht einfach überspielt.

Mehr zum Kindercasting im Internet: www.hna.de/video

Von Gwendolyn Träger

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