Probleme mit OP-Bestecken: Kliniken schalten externen Dienstleister ein

Kassel. Viele Patienten sind verunsichert, Krankenhäuser sind aufgeschreckt. Probleme mit der Aufbereitung von Operationsinstrumenten sind ganz offenbar keine Einzelfälle.

Nach den vorübergehenden Schließungen der Zentralsterilisationen in Fulda und Kassel mit millionenteuren Folgen reagierten vorsorglich auch das Klinikum Werra-Meißner in Eschwege und die Kreisklinik Wolfhagen.

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Die Konsequenz einiger der betroffenen Häuser: Sie geben die Aufbereitung von Instrumenten aus der Hand und vergeben diese an einen externen Dienstleister. Am Klinikum Kassel kommt hierbei - wie bereits am Fuldaer Klinikum - die Firma Orgamed zum Zuge. Das Unternehmen mit Sitz in Laatzen betreut derzeit nach eigenen Angaben bundesweit 16 Kliniken und 40 ambulante OP-Zentren und Praxen. Die Diakonie-Kliniken und das Elisabeth-Krankenhaus in Kassel bedienen sich seit Längerem der Dienste von Orgamed für ihre Sterilisationsabteilungen.

Andere Krankenhäuser wollen diesen sensiblen Aufgabenbereich nicht aus der Hand geben, um Kontrolle und Einfluss zu behalten.

Die zur Gesundheit Nordhessen Holding gehörende Wolfhager Klinik hingegen hat am Dienstag die zuständige Abteilung gleich ganz geschlossen. Weil es im Krankenhaus Bad Arolsen eine größere und moderne Sterilisationsabteilung gebe, habe man sich entschieden, die rund 150 OP-Sets künftig dort aufbereiten zu lassen. Ein Schritt, der ohnehin geplant gewesen sei, so eine GNH-Sprecherin. Die Instrumente seien aber vollkommen in Ordnung gewesen.

Die Klinik in Eschwege hatte vorsorglich und vorübergehend die Sterilisationsabteilung geschlossen, nachdem Mitarbeitern selbst Mängel aufgefallen waren.

Gerade diese beiden Fälle seien doch ein Zeichen dafür, dass die Sensibilität stark gestiegen ist, kommentiert dies der Sprecher des Regierungspräsidiums Michael Conrad. (hei/rud)

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