Kasseler Uni-Absolventen

Lerninhalte kompakt und anschaulich online aufbereitet

Lernen via Computer: E-Learning hat sich an vielen Universitäten bereits etabliert. Kompakte Online-Lerneinheiten können auch Problemlösungen am Arbeitsplatz unterstützen. Foto: dpa

Kassel. In der Aus- und Weiterbildung vermitteln Seminare, Workshops und Kurse via Internet (E-Learning) in der Regel Grundlagenwissen zu bestimmten Themenschwerpunkten.

Doch was ist, wenn es in einem bestimmten Betrieb an einer 30 Jahre alten Maschine ein Problem gibt? Die Lösung: Der Arbeiter gibt ein entsprechendes Schlagwort in sein Smartphone oder in den Computer ein und bekommt die Lösung oder Informationen, die ihm helfen, das Problem zu lösen, online.

Das Konzept, in kurzen Online-Lerneinheiten arbeitsplatzspezifisches Wissen schnell bereitzustellen, haben Philipp Bitzer und Dr. René Wegener bereits während ihrer Dissertationen im Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Universität Kassel entwickelt. Mitte des Jahres haben sie das Start-up-Unternehmen „smarTransfer“ gegründet, unterstützt von der Gründungsberatung UniKasselTransfer Inkubator.

„Wir bieten die Aufbereitung von Informationen und Lerninhalten an, die speziell auf die Anforderungen in einem bestimmten Unternehmen zugeschnitten sind“, sagt Wegener. Bitzer ergänzt: „Das Problem bei den bisherigen E-Learning-Programmen ist, dass sie häufig zu allgemein sind und eher Grundlagenwissen vermitteln.“

Die beiden Kasseler Uni-Absolventen setzen dagegen auf kurze Lerninhalte, die immer aktualisiert werden können, ähnlich wie bei einem Baukasten. Bitzer erklärt das Prinzip: „Zunächst erarbeiten wir gemeinsam mit dem Unternehmen, welches Wissen für spezielle Arbeitsplätze erforderlich ist.“ Anschließend werden vorhandene Informationen erfasst und zusätzlich Experten im Unternehmen befragt. Die Informationen werden strukturiert und am Ende in kompakten Online-Einheiten aufbereitet. Die können auch Illustrationen wie Zeichnungen oder Schaubilder sowie kurze Sprachsequenzen enthalten.

„Auf diese Weise bleibt auch spezielles Expertenwissen älterer Mitarbeiter erhalten, wenn diese beispielsweise in Rente gehen“, sagt Bitzer. Dieser unternehmensspezifische Wissenstransfer ist laut Wegener ein wichtiger Aspekt des Konzepts.

Auch viele Auszubildende könnten von diesen Lerneinheiten profitieren. Per Smartphone hätten sie jederzeit gezielt Zugriff auf Informationen. Die ersten Kunden kommen den Unternehmensgründern zufolge aus den Branchen Handwerk, Automobile und Versicherungen.

Fotos: Konrad

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