Verbraucherpreise steigen

Der 6-Jahres-Vergleich: Milch und Fleisch teurer

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Der 6-Jahres-Vergleich: Milch und Fleisch teurer

Kassel. Die Verbraucherpreise steigen – in Hessen lagen sie im Juli 2013 um 1,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Diese Meldung des statistischen Landesamtes haben wir zum Anlass genommen, wieder den Warenkorb zu füllen, mit dem wir seit 2007 in unregelmäßigen Abständen die Preisentwicklung dokumentierten.

Das Ergebnis in Kürze: Manche Lebensmittel wie Hackfleisch und einige Milchprodukte sind im Laufe der Zeit teurer geworden. Ein genereller Trend für alle Lebensmittel ist das aber nicht.

In den Kasseler Supermärkten ist auch nicht überall der landesweit gemeldete Trend zu beobachten, wonach Obst (plus 9,3 Prozent) und Gemüse (plus 10,5 Prozent) deutlich teurer sind als im Vorjahr.

Grafik: Jahresvergleich einzelner Produkte 

Als Grund für die Steigerung waren viel Feuchtigkeit und wenig Sonne im Frühjahr sowie viel Sonne und wenig Feuchtigkeit im Juli genannt worden. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier stiegen binnen Jahresfrist landesweit um 5,9 Prozent, für Fisch um fünf Prozent und für Fleisch um vier Prozent.

Weil aber die Deutschen im Schnitt nur zehn Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, fällt diese Teuerung nicht so stark ins Gewicht.

Spürbar teurer wurden dagegen Wohnen und Mobilität: 45 Prozent des Einkommens geben die Deutschen dafür aus. Kostentreiber sind dabei vor allem die Energiekosten. Allein Heizöl war im Juni um 3,1 Prozent teurer als noch im Vorjahresmonat, Benzin und Diesel wurden im Schnitt um 2,6 Prozent teurer.

Gleichzeitig sinken die realen Einkommen bundesweit seit einem Jahrzehnt, meldet die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung. So liege heute der durchschnittliche Bruttolohn inflationsbereinigt etwa 1,8 Prozent niedriger als im Jahr 2000. Selbst die Tatsache, dass 2013 die Tariflöhne um 2,8 Prozent gestiegen sind, kann diesen Trend nicht umkehren. Das Heer der untertariflich bezahlten Arbeitskräfte wächst auch 2013 an.

Der aktuelle HNA-Warenkorb kann den gemeldeten Preisanstieg im Lebensmittelbereich nur bedingt widerspiegeln, was vor allem an der Stichprobenhaftigkeit der ausgewählten Waren liegt. Ein zentrales nordhessisches Grundnahrungsmittel ist übrigens nicht nur lange haltbar, sondern auch außerordentlich preisstabil, um einen Begriff der Statistiker zu benutzen: Die Ahle Wurscht hat in unserem Warenkorb seit 2007 immer acht Euro gekostet.

Von Boris Naumann


Benzinpreise im Vergleich

Im Juli dieses Jahres mussten die Autofahrer für einen Liter Superbenzin durchschnittlich 1,58 Euro zahlen (für Diesel 1,43 Euro). Zu Beginn des Jahres 2009 lag der Preis für einen Liter Superbenzin laut ADAC bei 1,15 Euro (Diesel 1,06 Euro). Bis November 2009 war der Preis bis auf durchschnittlich 1,33 Euro (Diesel 1,12 Euro) gestiegen. (bon)

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