Die größten Verlierer und Gewinner

Prognosen zum Altmarkt-Umbau: So lange sehen Autofahrer Rot

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Wartezeit vor (linke Zahlen) und nach dem Umbau (rechte Zahlen): So sollen sich die durchschnittlichen Wartezeiten vor den Ampeln am Altmarkt je nach Fahrtrichtung verändern.

Kassel. Der Altmarkt-Umbau wird Verlierer und Gewinner haben. Zwar sollen Autofahrer im Durchschnitt nur eine Sekunde länger vor den Ampeln warten, wenn der neue Altmarkt Ende 2015 fertig ist, aber dieser Mittelwert ist nur wenig aussagekräftig.

Die Prognosen, die die Stadt Kassel von der Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft (Aalen) erstellen lassen hat, zeigen, dass es je nach Fahrtrichtung für den Autoverkehr Veränderungen geben wird.

Vor allem die Rechtsabbieger, die bislang nicht durch Ampeln gesteuert werden, müssen zukünftig mehr Zeit einkalkulieren, bis sie die Kreuzung überquert haben. Grund dafür sind die drei oberirdischen Fußgängerüberwege, die die Unterführungen ersetzen sollen.

In den Simulationsstudien sind jeweils der Zeitaufwand vor dem Umbau und der erwartete Verkehrsfluss nach der Fertigstellung gegenübergestellt worden. Bei den prognostizierten Wartezeiten handele es sich allerdings nur um Mittelwerte, sagt Bernd Noll vom Straßenverkehrsamt.

Die tatsächliche Wartezeit werde je nach Verkehrslage variieren. Eine Rolle spielten etwa das Fußgängeraufkommen, der Straßenbahnverkehr und die Ampelschaltung, die tageszeitabhängig sei. In den Simulationen werde nur die Spitzenbelastung am Nachmittag abgebildet.

„Es macht keinen Sinn, sich nach dem Umbau mit einer Stoppuhr an die Ampeln zu stellen.

„Es macht also keinen Sinn, sich nach dem Umbau mit einer Stoppuhr an die Ampeln zu stellen und die vorausgesagten Wartezeiten zu vergleichen. Die Zeiten ändern sich bei jedem Ampeldurchlauf. Da gibt es im Einzelfall Abweichungen von 10 bis 20 Prozent“, sagt Noll. Erst wenn man etliche Messungen mache und einen Mittelwert bilde, komme man zu diesen Ergebnissen.

Die Wartezeiten würden zudem nur die „signalbedingten Zeitverluste“ abbilden. So werde bei den Rechtsabbiegern vor dem Umbau mit 0 Sekunden kalkuliert, obwohl diese durch Rückstaus zeitweise sehr wohl Wartezeiten hätten, weil die Spur blockiert sei. Solche Effekte würden durch die Prognosen nicht abgebildet.

Anfang September geht’s los

Anfang September soll die Ampelanlage am Altmarkt abgeschaltet werden. Dann soll der Umbau – für den aktuell Vorarbeiten laufen – erst richtig starten und der Verkehr mit Baustellenampeln geregelt werden.

Mehrfach hatte die Stadt darauf hingewiesen, dass die aktuellen Behinderungen im Zusammenhang mit dem Umbau nicht zu vergleichen seien mit der Situation nach der Fertigstellung.

Die größten Verlierer

Lässt man die Rechtsabbieger außen vor, die bisher keinen Zeitverlust durch rote Ampeln hatten, muss der Verkehr, der von der Fuldabrücke kommt und geradeaus auf die Kurt-Schumacher-Straße oder rechts in die Weserstraße will, mit dem prozentual größten Anstieg bei der Wartezeit rechnen. Diese Autofahrer müssen im Schnitt doppelt so lange warten wie vor dem Umbau.

Die größten Gewinner

Deutlich schneller soll es für den Verkehr gehen, der von der Fuldabrücke kommt und links in die Brüderstraße in Richtung Frankfurter Straße abbiegt. Dessen Wartezeit verkürzt sich im Schnitt um etwa 25 Prozent. Heute gibt es dort oft Staus.

Von Bastian Ludwig

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