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Zweite Eisfläche für Kassel: Projekt liegt nun auf Eis

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Von: Florian Hagemann

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Der Bau der zweiten Eisfläche in Kassel verzögert sich. Das hat die Stadt nun bekannt gegeben.

Kassel – Eigentlich sollte 2023 mit dem Bau einer zweiten Eisfläche für Kassel begonnen werden – auf dem Sportplatzareal in der Nähe der Damaschkestraße. Die Fläche sollte der Eishockeyjugend und den Amateur-Eissportlern als Trainingsmöglichkeit zur Verfügung stehen; ein Jugendleistungszentrum war angedacht. Doch damit wird es so schnell nichts.

Gestern gab die Stadt Kassel bekannt, dass sich das Vorhaben verzögern wird. Es sei ausgesetzt, aber nicht aufgehoben, wie es ein Stadtsprecher auf Nachfrage ausdrückte. Als Grund gab die Stadt „die Aufhebung des laufenden Vergabeverfahrens durch die Stadt Kassel Immobilien GmbH und Co. KG“ an. Das wiederum habe damit zu tun, dass ein nicht berücksichtigter Bieter ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabestelle in Darmstadt angestoßen habe. Die Entscheidung darüber soll erst im August fallen.

Auf dem Sportplatzareal in der Nähe der Damaschkestraße ist der Bau der weiten Eishalle in Kassel vorgesehen.
Hier soll die zweite Eisfläche entstehen: Auf dem Sportplatzareal in der Nähe der Damaschkestraße ist der Bau dort vorgesehen, wo sich derzeit der Sportplatz hinten rechts befindet. © Dieter Schachtschneider/Flugschule Fly Now

Zweite Eisfläche in Kassel: Massive Kostensteigerungen wären zu erwarten gewesen

Das Problem: Bereits zum 30. Juni sei die Preisbindungsfrist des zuschlagsfähigen Bieters ausgelaufen. Deshalb nun also der Stopp. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen wäre mit massiven Kostensteigerungen für erforderliche Gewerke und Baustoffe wie Stahl, Dämmstoff und technische Ausstattung zu rechnen gewesen, die den ursprünglich gesteckten Kostenrahmen erheblich verteuern würden“, heißt es von der Stadt. „Dazu kommt die prekäre und unberechenbare Situation auf den Energiemärkten.“ Das Verfahren soll nun zu einem späteren Zeitpunkt neu gestartet werden – „bei marktkonformen Preisen“. Bis dahin soll laut Stadt auch das notwendige Baurecht geschaffen werden.

Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung hatte im Dezember 2020 den Beschluss zur Errichtung einer zweiten Eisfläche gefasst und wollte mit dem 5,1 Millionen Euro teuren Projekt über die Tochtergesellschaft GWG pro den Eissport in Kassel fördern. Die Eisfläche sollte ausschließlich dem Amateursport dienen. Eine Zusammenarbeit mit den Kassel Huskies hatte die Stadt daher im Vorfeld der Planungen ausgeschlossen. Allerdings hatte es zuletzt vermehrt Kritik an dem Vorhaben gegeben, für das sich Oberbürgermeister Christian Geselle schon stark gemacht hatte, als er noch nicht in seinem jetzigen Amt war. Die Kritik war zuletzt vermehrt von den Grünen gekommen – auch aus dem Ortsbeirat Südstadt, in dem die zweite Eisfläche im Mai Thema gewesen war. Mit Verweis auf Zitate aus dem vorliegenden Bebauungsplan hatte das grüne Ortsbeiratsmitglied Oliver Claves vor allem einen gravierenden Eingriff in die klimatischen und naturräumlichen Gegebenheiten ausgemacht. (Florian Hagemann)

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