Kinderschutzbund hat bislang 13 500 Euro Spenden in Hilfsprojekt investiert

Projekt Notinsel: 450 Anlaufstellen für Kinder

Zeichen für Schutz: Bislang gibt es 450 Notinseln in der Stadt Kassel sowie in Baunatal und Vellmar.

Kassel. Ein Kind hatte im Kino seine Mutter verloren. Ein anderes Kind verirrte sich in der Stadt, als es mit der Laufgruppe seines Horts unterwegs war. Beide Kinder hätten Zuflucht in einer Notinsel gesucht. Nur zwei Beispiele aus der Region, wo die "Notinsel" funktioniert habe.

Mithilfe der Erwachsenen hätten sie ihre Mutter beziehungsweise den Hort wiedergefunden, sagt Sonja Eysel. Sie ist eine von drei ehrenamtlichen Mitarbeitern, die die Initiative „Notinsel“ des Kinderschutzbundes ehrenamtlich begleiten.

Das Projekt hat zum Ziel, dass Kinder, die Angst haben oder sich belästigt fühlen, an jedem Ort in der Stadt Zuflucht suchen können. Bislang machten 450 Geschäfte in Kassel, Baunatal und Vellmar mit, sagt Eysel. Es gebe aber weitere Zusagen. „Bald sind es 500.“ An jedem Geschäft, an dem der auffällige Aufkleber „Notinsel – Wo wir sind, bist Du sicher.“ klebt, können Mädchen und Jungen seriöse Hilfe erwarten.

Erhebung erst später

Wie oft Kinder auf dieses Angebot im vergangenen Jahr zurückgegriffen haben, darüber liegen dem Kinderschutzbund noch keine Erkenntnisse vor. Man wolle erst die beteiligten Geschäfte befragen, wenn das gesamte Stadtgebiet mit Notinseln versorgt sei, sagt Eysel. Derzeit gebe es beispielsweise noch Lücken in den Stadtteilen Waldau, Fasanenhof, Südstadt und Bettenhausen sowie in Lohfelden. Von den Fällen, bei denen Kinder Hilfe in einer Notinsel suchten, habe sie nur zufällig erfahren, sagt Eysel.

Der Kinderschutzbund Kassel habe bislang 13 500 Euro in das Projekt gesteckt. Das Geld sei für Infomaterial für Schulen und Kitas, Handzettel, Plakate, die Aufkleber, Handlungsanweiszungen, Spiele und Radiergummis für alle Kinder ausgegeben worden.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen besuchen nämlich Kitas und Schulen (bis zur sechsten Klasse werden die Kinder angesprochen), um das Projekt bekannt zu machen. Die Lehrer und Erzieher helfen dann, die Initiative bei den Kindern publik zu machen. Auf Geschäftsleute, die mitmachen wollen, kommen keine Kosten zu.

Kontakt: Deutscher Kinderschutzbund OV Kassel e.V., Vor dem Forst 12, 34130 Kassel; Tel.: 05 61/6 82 26, E-Mail: verwaltung@kinderschutzbund-kassel.de; www.notinsel.de

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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