Protest: Stadt baute Ampel ab - Angst um Kinder

Sie fordern Schutz beim Überqueren der Straße Felsenkeller: Schüler der Bossental-Schule (im Vordergrund), Eltern und Ortsbeiratsmitglieder (links) Anni Anacker von der (SPD) versammelten sich an der Bushaltestelle gegen über der Schule. Foto: Dilling

Fasanenhof. Mehr als 40 Eltern, Schulkinder und Ortsbeiratsmitglieder haben am Freitagmittag am Felsenkeller einen schnellen Ersatz für die Fußgängerampel gefordert, die die Stadt gegen den Willen des Ortsbeirats in Höhe der Bossentalschule abgebaut hat.

Der Ortsbeirat hatte zu dem öffentlichen Protest aufgerufen. Ortsvorsteher Peter Carqueville (SPD) forderte umgehende Schutzmaßnahmen für Passanten, die dort die Straße überqueren, insbesondere für Schulkinder und gehbehinderte Menschen.

Vergeblich warteten die Mitglieder des Ortsbeirats Fasanenhof auf den Oberbürgermeister oder einen anderen Vertreter der Verwaltungsspitze, die das Gremium zu dem Ortstermin eingeladen hatte. Stattdessen stellte sich Bernd Noll, der Leiter der Verkehrssteuerung beim Straßenverkehrsamt, im Rahmen der sehr emotional geführten Diskussion den Fragen und Beschwerden der Stadtteilbewohner.

Sorge um Standfestigkeit

Die Ampel habe schnell abgebaut werden müssen, weil sie nicht mehr standsicher gewesen sei und bei Sturm hätte umknicken können, sagte Noll. In Tempo-30-Zonen seien Ampeln nicht mehr vorgeschrieben. Daher habe man entschieden, die Anlage nicht mehr zu ersetzen und andere Querungshilfen zu prüfen. Im übrigen sei er selbst nur für die Technik zuständig.

Bei den Protestlern sorgten die Worte Nolls für Empörung. Sandra Austen, deren Sohn die zweite Klasse der Bossentalschule besucht, sprach von einem „Schildbürgerstreich“. Ende der 1970er-Jahre hätten Eltern für die Ampelanlage gekämpft, weil damals ein Kind beim Überqueren der Straße angefahren worden sei, sagte Austen. An der Gefährdung habe sich heute nichts geändert. „Fast alle fahren hier zu schnell“, sagte Austen und erhielt dafür Zustimmung von anderen Teilnehmern.

„Ich will nicht die Nachricht erhalten, dass meine Tochter auf dem Schulweg überfahren worden ist“, sagte Susanne Quenzer, deren Tochter die zweite Klasse besucht. Vor allem die Erstklässler und die Kinder der nahen Kita an der Hildebrandstraße seien auf die Ampel angewiesen.

In der Regel werde am Felsenkeller im Bereich der Schule nicht zu schnell gefahren, entgegnete Noll. Er erlebe beim Abbau von Ampeln häufig ähnliche Diskussionen. Trotz redlicher Abwägung treffe das wohl nicht immer die „Stimmungslage“ der Betroffenen, sagte er.

Carqueville forderte die Stadtverwaltung auf, bis zur nächsten Bürgerversammlung am 10. November Abhilfe zu schaffen. Er sei zuversichtlich, dass sich die Stadt bewegen werde. „Wir haben hier schließlich ein starkes Signal gegeben“, sagte der Ortsvorsteher. (pdi)

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