Zwei der vakanten Stellen an Kunsthochschule sollen zum Sommer besetzt werden

Professuren: Studentenprotest zeigt Wirkung 

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Kunsthochschüler verschafften sich Gehör: Etwa 90 Studierende zogen gestern Mittag vom Fridericianum zum Uni-Präsidium am Holländischen Platz, um auf die schlechten Bedingungen in der Lehre an der Kunsthochschule hinzuweisen.

Kassel. Der Protest der Kunsthochschule gegen die nicht in Gang kommende Besetzung von Professuren zeigt Wirkung: In einem Gespräch zwischen der kommissarischen Kunsthochschul-Leitung und der Universitätsspitze einigte man sich am Donnerstag.

Die vier vakanten Professuren im Bereich der Bildenden Kunst sollen möglichst schnell besetzt werden. Angestrebt sei, dass der Senat der Hochschule am 16. Februar über zwei der vier Stellen entscheiden kann, teilte die Vizepräsidentin Prof. Dr. Claudia Brinker -von der Heyde gestern Nachmittag mit.

Dann könnten die Professuren für die Basisklasse und für die Fachklasse Performance zum Sommersemester wieder ordnungsgemäß besetzt werden. Voraussetzung sei allerdings, dass der Schwerbehindertenbeauftragte zustimme. Wie berichtet, waren die Berufungsverfahren ins Stocken geraten, weil laut Uni-Verwaltung die Schwerbehindertenvertretung nicht ausreichend beteiligt worden war.

Die beiden Professuren für Malerei und Skulptur werden bis zum Beginn des Sommersemesters zwar nicht mehr besetzt werden können, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Um ein ausreichendes Lehrangebot sicherzustellen, hätten sich Uni und Kunsthochschule aber darauf geeinigt, dass die Stellen mit vollwertigen Vertretungsprofessuren ersetzt werden. Bisher haben die Vertretungsprofessoren halbe Stellen.

Am Mittag waren bereits rund 90 Kunsthochschul-Studenten mit gepackten Koffern vom Fridericianum zum Universitäts-Präsidium am Holländischen Platz gezogen, um ihren Forderungen nach einer Verbesserung der Lehre und einer schnellstmöglichen Besetzung der vier strittigen Professuren Nachdruck zu verleihen. „Sollte sich die Situation nicht verbessern, müssen wir Abschied nehmen von Kassel und der Kunsthochschule“, sagte Marina Rüdiger, Mitorganisatorin des Protests.

Mit der Kompromisslösung, die Uni-Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep den Studierenden in einem Gespräch bereits signalisiert hatte, zeigten sich die Studierenden zufrieden. Den Vorwurf, dass die Uni-Leitung grundlos die Einstellung neuer Professoren blockiere, wies das Präsidium zurück. Auch wenn der Wunsch nach einer schnellen Besetzung der Stellen berechtigt sei, müsse die Uni auf rechtlich saubere Berufungsverfahren achten.

Von Katja Rudolph

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