Demo für Energiewende

500 Menschen protestierten gegen politisches Ausbremsen von Ökostrom

Umweltfreundlich: Luzia (5) und ihr Bruder Leopold (7) (links und rechts) haben genaue Vorstellungen von Energiegewinnung. Auf ihren Plakaten haben sie Solarstrom und Windenergie thematisiert. Zur Kundgebung am Samstag waren sie mit ihren Eltern Andrea und Markus Lenz aus Baunatal gekommen. Fotos: Malmus

Kassel. 500 Demonstranten und Sympathisanten waren am Samstagvormittag auf den Friedrichsplatz gekommen, um ihr Engagement für ein Nordhessen der erneuerbaren Energien kundzutun.

„Statt Fracking, Kohle und Atom: Wasser-, Wind- und Sonnenstrom“. Unter diesem Motto hatten die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) Sektion Kassel und die Bürgerinitiative „Fracking freies Hessen“ zur Protestkundgebung und Infoveranstaltung eingeladen. Zeitgleich fanden in vielen anderen Städten wie München, Hannover und Potsdam ebenfalls Demonstrationen statt.

Die Redner forderten den beschleunigten Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken und kritisierten entschieden, die Pläne der Bundesregierung, die Förderung der Photovoltaik und der Windkraft an Land zu begrenzen. „Deutschland ist Vorreiter in Sachen Umwelttechnologie, und jetzt tritt die Bundesregierung mit der Reform des Energieeinspeisungsgesetz auf die Bremse“, sagte Björn Groß von Solartechnik Stiens, Kaufungen. Damit seien 60.000 Arbeitsplätze bundesweit und 5000 allein in Nordhessen in Gefahr. „Wir wollen uns deutlich für erneuerbare Energien einsetzen“, sagte Henner Gröscher (Bürgerinitiative Fracking freies Hessen). Er verwies auf die große Gefahr, dass das zurzeit erarbeitete Freihandelsabkommen die Energiewende behindern und Fracking, also die umstrittene Gewinnung von Schiefergas, erzwingen kann. Das komme einer Entmachtung der Politik gleich und müsse verhindert werden. „Leider machen sich das nur wenige Menschen bewusst.“

Andy Gheorghiu (Fracking freies Hessen) verwies darauf, dass ja in den Regionalplänen bereits hehre Ziele festgeschrieben sind. Sie müssten nur eingehalten werden. 2050 wolle sich Hessen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen versorgen. In Nordhessen seien es jetzt schon 30 Prozent. Diese gute Entwicklung dürfe nicht ausgebremst werden. Heino Kirchhof (DGS) kritisierte, dass nach den Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und in Fukushima die Energiewende ins Stocken gerate, „obwohl uns fast täglich Nachrichten über Auswirkungen der Klimaveränderung erreichen.“ Er zitierte ein Grußwort des Schirmherrn, Bischof Dr. Martin Hein, der zur Ehrfurcht vor der Schöpfung mahnte, vor Fracking warnte und zum Engagement für die Umwelt aufrief.

Von Christina Hein

Fotos von der Demo

Demonstranten fordern mehr Chancen für erneuerbare Energien

www.frackingfreieshessen.de

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