Vom 12. bis 19. Mai an

Protestwoche der Katholischen Frauen: Für Gleichberechtigung in der Kirche

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Geplanter Protest mit „Tuch-In“: Auf dem Tuch sollen symbolisch Schuhe von Frauen stehen, die sich der Kirche abwenden. Unser Foto zeigt vor St. Familie (von links) Beatrix Ahr, Sandra Bonenkamp, Elisabeth Vosse, Gabriele von Karais und Prof. Dr. Ilse Müllner. 

Weil sie ein Zeichen setzen wollen „für einen selbstbestimmten Platz in der Kirche“ und gegen die Ausgrenzung von Frauen, laden Katholikinnen im Dekanat Kassel-Hofgeismar für die Sonntage 12. und 19. Mai zu Aktionen ein.

Den Auftakt der Protestwoche von katholischen Frauen macht am 12. Mai, 10.30 Uhr, vor der Kirche St. Familie ein sogenanntes „Tuch-in“ mit Agape, einem liturgischen Mahl unter freiem Himmel. Währenddessen wird in der Kirche Gottesdienst gefeiert, dem viele Frauen fernbleiben werden. Bestandteil des Protests unter dem Mottto „Maria 2.0“ ist es, dass Frauen in der Aktionszeit ihre Kirchen und Kirchenämter bestreiken.

Das Tuch-In soll symbolisieren, dass sich viele Frauen aus Frust und Enttäuschung von der katholischen Kirche abgewandt haben. Auf einem weißen Tuch, das vom Altar bis an die Kölnische Straße ausgerollt sein wird, werden Frauenschuhe mit der Spitze nach außen aufgestellt: als Symbol für die Frauen, die der katholischen Kirchen bereits verloren gegangen sind oder im Begriff sind, sich von ihr abzuwenden. „Da ist in den Kirchen bereits eine große Frauenleere zu bemerken“, sagt Pastoralreferentin im Dekanat Kassel-Fulda und eine der Kasseler Protestierenden, Beatrix Ahr, während einer Pressekonferenz. „Wir Frauen stoßen ständig an die Grenzen, dessen, was wir tun dürfen“, sagt Sandra Bonenkamp, Gemeindereferentin der Kirche Heilig Geist Vellmar, „und das kann nicht sein.“ Am Mittwoch, 15. Mai, findet an der Uni, Nora Platiel-Straße 8, Raum 0422, 18 Uhr eine Podiumsdiskussion zu „Kirche, Macht und Sexualität“ statt mit Beatrix Ahr, Pfarrer Harald Fischer, Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins, Münster, Studentin Rebecca Niehoff, Religionslehrer Jesus Sola Requena und Prof. Dr. Ansgar Wucherpfennig, Rektor der PTH St. Georgen.

Das Tuch-In wird am 19. Mai, 17.30 Uhr, vor der Kirche St. Elisabeth wiederholt. Vorausgeht ein Sternmarsch, der um 16.30 Uhr startet: vor dem Hauptbahnhof, am Parkplatz Hopla, vor St. Bonifatius sowie an den Tramhaltestellen Unterneustädter Kirchplatz und Weinberg. Es wird gebeten, weiße Tücher, ein Paar Schuhe, Decke und Trinkgefäß mitzubringen.

Initiatorinnen der Aktion, die unter dem Titel „Maria 2.0“ in Deutschland Furore macht, waren katholische Frauen aus Münster, die Kritik an der Amtskirche geäußert haben. Missbrauchsfälle und die Ausgrenzung von Frauen hatten ihnen zugesetzt, weshalb sie aktiv wurden.  chr

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