Prozess gegen Ex-MEG-Chef Göker erneut geplatzt

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Die Verhandlung wurde nach kurzer Zeit wieder unterbrochen.

Kassel. Der Prozess gegen Ex-MEG-Chef Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht ist vor wenigen Minuten geplatzt. Grund: der Hauptbelastungszeuge hatte sich krank gemeldet.

Um kurz nach 13 Uhr war Göker im Amtsgericht am Steinweg erschienen. Doch die Verhandlung wurde kurz danach schon wieder unterbrochen. Der Hauptbelastungszeuge Stefan T., der Göker das Geld überreicht haben soll, erschien nicht. Er schickte eine Fax an das Gericht und teilte mit, dass er akut erkrankt sei. Auch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung lag bei.

Der Prozess wurde daraufhin von der Richterin auf den 9. Dezember, 10 Uhr, verlegt.

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Ein weiterer Zeuge, ein Beamter des Stuttgarter Finanzministeriums, musste nicht mehr aussagen. Er sei von Stefan T. nicht korrekt von der Schweigepflicht bezüglich des Steuergeheimnisses entbunden worden. T. arbeitete für die MEG in deren Stuttgarter Filiale. Auch Insolvenzverwalter Fritz Westhelle wurde vom Gericht nicht mehr gehört. Er soll wie T. und der Finanzbeamte im Dezember aussagen.

Prozess gegen Ex-MEG-Chef Göker erneut geplatzt

Göker sagte nach dem kurzen Intermezzo vor Gericht: "Vielleicht sind der Zeuge und ich demnächst beide gesund." Damit spielte er auf sein Fehlen bei der letzten Verhandlung an. Auch er hatte sich damals krank gemeldet. 

Artikel aktualisiert um 15.15 Uhr

Der 32-Jährige war vom Amtsgericht Kassel im September in Abwesenheit per Strafbefehl zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er habe Provisionsrückzahlungen einer Versicherung, die ihm von einem früheren MEG-Organisationsdirektor überreicht worden waren, selbst behalten, hieß es. Göker hätte das Geld aber der MEG oder dem Insolvenzverwalter Fritz Westhelle geben müssen.

Westhelle sagt dem Vernehmen nach vor Gericht als Zeuge aus.

Göker hatte gegen den Strafbefehl Beschwerde eingelegt. Das ist möglich, weil er kein Urteil nach einer Verhandlung bekam, sondern ein Strafbefehl erlassen wurde. Bei dem heutigen Prozess handelt es sich also nicht um eine Revisionsverhandlung.

Nach Informationen der HNA stehen die Ermittlungen gegen Göker wegen Untreue und Insolvenzverschleppung kurz vor dem Abschluss. Noch in diesem Jahr will der ermittelnde Staatsanwalt Eckhard Töppel entscheiden, ob es eine Anklage geben wird oder nicht. Es müssten nur noch wenige Zeugen befragt werden. (tho)

Fotos: Mehmet E. Göker - einst mal schillernder Unternehmer

Mehmet E. Göker - einst schillernder Unternehmer

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