Rückgang in Kassel deutlicher als auf Bundesebene – Im Vorjahr 1170 Abbrüche

20 Prozent weniger Abtreibungen

Kassel. In der Stadt Kassel sind in ambulanten Einrichtungen und gynäkologischen Stationen der Krankenhäuser im vergangenen Jahr 1173 Schwangerschaftsabbrüche aus nicht-medizinischen Gründen vorgenommen worden. Das sind 330 weniger als noch vor fünf Jahren, was einem Rückgang von 22 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt 3545 Babys geboren.

Bundesweit sank die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Fünfjahreszeitraum bis 2009 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) um 14,6 Prozent. Voraussetzung für den Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft – und wenn keine medizinischen oder kriminologischen Gründe wie eine Vergewaltigung vorliegen – ist ein Beratungsgespräch. In den sieben anerkannten Beratungsstellen in Stadt und Kreis Kassel ist die Zahl der Schwangerschaftskonfliktberatungen ebenfalls deutlich gesunken. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Kassel gab es 2005 1693 Beratungen, bis 2009 sank die Zahl auf 1069. Das ist mehr als ein Drittel weniger.

Beratungsstellen sehen als Grund für den Rückgang vor allem eine bessere Verhütung. In Beziehungen sei es selbstverständlicher, das Thema anzusprechen und Aufklärung werde frühzeitig in Schulen thematisiert. (rud) FÜNFTE SEITE

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