Prozess um Attacke gegen Fußballspieler: Angeklagter will Freispruch

Marcos Alvarez

Kassel. Noch immer kein Urteil im Prozess um die Tritte und Schläge von KSV Hessen-Fans gegen den Eintracht-Frankfurt-Spieler Marcos Alvarez. Die Verhandlung vor dem Kasseler Amtsgericht wurde am Dienstag vertagt.

Sie wird nun im Januar fortgesetzt. Genauer Termin: 10. Januar 2012, 10 Uhr im Saal E 116.

Ursprünglich sollte am Dienstag ein Urteil verkündet werden. Doch der Prozess platzte, weil ein geladener wichtiger Zeuge nicht erschienen war. Der Mann wird der gewaltbereiten Fan-Szene zugerechnet. Gegen ihn wird ebenfalls wegen der Alvarez-Prügelei ermittelt.

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Als der Zeuge nicht erschien, ordnete das Gericht an, ihn durch die Polizei vorführen zu lassen. Doch der Zeuge wurde zu Hause nicht angetroffen und seine Arbeitsstelle soll er inzwischen gekündigt haben.

Nun hofft das Gericht, dass er im Januar von der Polizei zum Prozess gebracht werden kann.

Am Mittwoch, 1. September 2010, war Marcos Alvarez nach dem Spiel im Auestadion auf dem Weg zu seinem Auto attackiert worden. Auch sein Vater und sein Großvater bekamen Schläge ab. Die Polizei ermittelte mehrere Verdächtige.

Einer gestand, den Fußballer getreten zu haben. Der Mann erhielt nach dem Jugendstrafrecht Auflagen. Gegen zwei andere Männer wurden die Verfahren eingestellt. Auch zu Beginn der jüngsten Verhandlung hatte sich abgezeichnet, dass der Angeklagte Yannic W. mit einem Freispruch rechnen kann. Die Freundin von Marcos Alvarez, die bei der Schlägerei dabei war, erkannte den Angeklagten als möglichen Täter nicht wieder.

In der Verhandlung zuvor hatte Marcos Alvarez genau das gleiche ausgesagt: Es sei dunkel gewesen, alles sei schnell gegangen, er könne somit keinen der möglichen Täter wiedererkennen. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht hatten deswegen bereits angeboten, das Verfahren wegen geringer Schuld einzustellen. Nun erweiterte man das Angebot sogar noch: Alle Kosten würde die Staatskasse tragen. Das wäre dann sozusagen ein Freispruch zweiter Klasse. Doch Yannic W. lehnte ab. Er möchte freigesprochen werden. So richtig erster Klasse. (tho)

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