Versuchter Mord

Prozess um blutiges Beziehungsdrama am Jungfernkopf

Kassel. Am Kasseler Landgericht hat am Mittwoch ein Prozess um eine Beziehungstat begonnen. Ein 55-Jähriger aus Kassel muss sich wegen versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 7. Februar seine 50-Jährige Ex so lange brutal attackiert zu haben, bis er glaubte, sie getötet zu haben.

Dabei habe er heimtückisch gehandelt.

Der Angeklagte gab vor Gericht an, er könne sich an die Vorfälle in der - ehemals gemeinsamen – Wohnung in Kassel nicht erinnern. „Ich sag mal: da verließen sie ihn.“ Noch vor sich sehe er „die Hecke, den Eingang, mein Auto seh' ich auch noch“ - dann sei es vorbei. Er erinnere sich erst wieder daran, in einem Krankenhaus aufgewacht zu sein.

Ins Krankenhaus hatte auch die Geschädigte an jenem Abend noch gebracht werden können. Ihre Tochter hatte sie mit lebensgefährlichen Verletzungen in der Wohnung gefunden – laut Anklage rund eine Stunde nachdem der 55-Jährige die Wohnung „ohne Hast“ verlassen habe. Die Frau nimmt als Nebenklägerin am Prozess teil.

Archiv-Video zur Beziehungstat am Jungfernkopf

Der 55-Jährige habe ihr damals mit einem Paketscanner gegen den Kopf geschlagen, mit einem Cutter-Messer am Hals und Kopf Schnitt- und Risswunden zugefügt, sie gewürgt und ihr mit dem Knie die Luft abgedrückt, heißt es in der Anklage. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft rammte der 55-Jährige dann noch am selben Abend mit seinem Wagen frontal einen Brückenpfeiler der A 49 in der Marie-Curie-Straße. Er wurde mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

In einer Klinik war er später offenbar auch festgenommen worden. Zur Zeit befindet er sich in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht hat einen psychiatrischen Sachverständigen hinzugezogen. (kaj)

Rubriklistenbild: © Malmus/Archivbild

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