51-Jähriger wegen Mordes angeklagt

Fall Savasci: Beweise belasten den Bruder

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Wirkte äußerlich gefasst: Dem 51-Jährigen aus Maintal wird vorgeworfen, seine Schwester Mehtap Savasci im vergangenen Oktober in Kassel entführt und getötet zu haben. Hinter ihm seine Verteidiger Sven Schoeller und Gabriele Steck-Bromme.

Kassel. Unter großem Publikums- und Medieninteresse hat gestern vor dem Kasseler Landgericht der Prozess zum Fall Mehtap Savasci begonnen.

Die 40-jährige Kasselerin mit türkischen Wurzeln war im vergangenen Oktober entführt und getötet worden. Der 51-jährige aus Maintal bei Frankfurt kommende Bruder des Opfers ist wegen Mordes angeklagt. Der Mann, der in Untersuchungshaft sitzt, äußerte sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen. Die Beweise gegen ihn wiegen jedoch schwer. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord aus niedrigen Beweggründen vor.

Mehtap Savasci

„Er handelte geplant und zielgerichtet, um seinen Machtwillen gegenüber seiner Schwester durchzusetzen“, sagte Staatsanwältin Alena Hartwig-Asteroth. Wenige Tage vor der Tat hatte es offenbar einen heftigen Streit zwischen den Geschwistern gegeben. Dabei hatte der 51-Jährige seiner Schwester Vorwürfe gemacht, weil sie einem traditionellen Familienfest ferngeblieben war. Zudem war ihm offenbar die Beziehung seiner Schwester zu einem verheirateten Mann ein Dorn im Auge. Am Morgen des 7. Oktober soll er Mehtap Savasci dann vor ihrer Wohnung in Wehlheiden aufgelauert, sie in einen VW Caddy gezerrt und später mit zwei Schüssen ins Herz getötet haben.

Die Leiche der Kasselerin wurde einen Monat später auf einem Kleingartengelände in Wiesbaden gefunden, verscharrt in einer Parzelle, die dem Schwiegersohn des Bruders gehörte. Ein Beamter der Kasseler Kripo berichtete, wie die Ermittler per Mobilfunkauswertung herausgefunden hatten, dass der Angeklagte zur Zeit der Entführung am Tatort in Kassel war und sich später in dem Wiesbadener Kleingarten aufgehalten hatte. „Was mein Onkel meiner Mutter angetan hat, ist unmenschlich“, sagte die 18-jährige Tochter des Opfers, die als Nebenklägerin auftritt, gegenüber der HNA. Sie hoffe, „dass er wenigstens die gerechte Strafe kriegt“.

Prozess im Fall Mehtap Savasci - Bruder angeklagt

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