Prozess gegen Pfeffermann: Am 11. Mai soll das zweite Urteil verkündet werden

Rainer Pfeffermann

Kassel. Die Beweisaufnahme im Verfahren gegen den früheren SPD-Bundestagskandidaten Rainer Pfeffermann ist am Montag geschlossen worden. Damit könnte der Prozess am Mittwoch am dann 25. Verhandlungstag vor der Fünften Strafkammer des Kasseler Landgerichts beendet werden.

Der Vorsitzende Richter Jürgen Stanoschek kündigte am Montag zumindest an, dass die Kammer nach den Plädoyers am 11. Mai auch ihr Urteil verkünden will. Es wäre der zweite Urteilsspruch in dem Verfahren wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung zweier Frauen.

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Anfang März war der 44-jährige Pfeffermann in einem Fall freigesprochen worden. Das Gericht sah es als nicht erwiesen an, dass er eine frühere Parteifreundin belästigt haben soll.

Am Montag ging es um eine 45-jährige Hausfrau aus Ahnatal, die behauptet, von dem Sozialdemokraten vor über elf Jahren mehrfach sexuell belästigt worden zu sein. Die Frau hatte bereits vor Monaten vor der Fünften Strafkammer ausgesagt. Ob die Frau, die seit Jahren unter Depressionen leidet, überhaupt in der Lage ist, eine gerichtliche Aussage zu machen, dazu trug der Psychologe Dr. Georg Stolpmann (Göttingen) ein forensisch-psychiatrisches Gutachten vor. Stolpmann kam zu dem Ergebnis, dass die Aussagetüchtigkeit der Frau aus medizinischer Sicht nicht beeinträchtigt sei. Selbst eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung hätte in diesem Fall keine Auswirkung auf die Zeugentüchtigkeit der Frau gehabt.

Bei der Untersuchung der Aussagefähigkeit gehe es um drei Stufen, erklärte der Gutachter: Die Wahrnehmung des Geschehenen, die Speicherung und der Abruf, um das Erlebte schildern zu können. Laut Stolpmann gibt es beispielsweise keine Anzeichen dafür, dass die Wahrnehmungsfähigkeit der Nebenklägerin in erheblicher Weise eingeschränkt sei.

Es gebe Details in ihren Aussagen, die von dem Angeklagten selbst bestätigt worden seien. So habe Pfeffermann geschildert, dass er die Nebenklägerin, eine Freundin seiner Exfrau, einmal in den Arm genommen habe. Er berichtete auch von einem Zwischenstopp am Straßenrand, als er die Frau im Auto nach Hause gebracht habe. Pfeffermann bestreitet allerdings, die Frau jemals sexuell genötigt zu haben.

Die 45-Jährige befindet sich seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung, darunter waren auch stationäre Aufenthalte in Kliniken. Die Frau wurde im Jahr 2005 wegen posttraumatischer Belastungsstörungen behandelt. Sie soll im Alter von 14 Jahren ein Trauma erlebt haben. Die Frau berichtete, dass sie damals bei einer Motorradausfahrt vergewaltigt worden sei. Diese Tat wurde niemals angezeigt. Stolpmann machte gestern deutlich, dass das Gutachten über die Aussagetüchtigkeit nichts über die Glaubwürdigkeit der Frau oder die Richtigkeit ihrer Angaben aussage.

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