JVA Wehlheiden

Prozess um Tod von Janusc. W: Angeklagter war schuldunfähig

Kassel. Michail I., der in der Justizvollzugsanstalt Kassel-Wehlheiden den Mitgefangenen Janusc W. tötete, war zu Tatzeit schuldunfähig. Das sagte am Montag vor dem Kasseler Landgericht der psychiatrische Gutachter Dr. Georg Stolpmann von der Universität Göttingen.

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Der 38-.Jährige, der die Tat bereits gestanden hat, leide an einer paranoid-schizophrenen Psychose. Er sei zur Tatzeit weder einsichts- noch steuerungsfähig gewesen, erklärte Stolpmann. Da es sich um eine schwere krankhafte seelische Störung handele, empfahl der Psychiater, Michail I. in einer geschlossene psychiatrischen Anstalt unterzubringen. Der 38-Jährige Ukrainer hört Stimmen, die ihm Befehle geben. Unter anderen würden sie sagen, er müsse Menschen töten, um deren Energie zu erlangen. Mit dieser Energie könne er dann gesund werden und besäße viel Macht. Diese Stimmen hätten ihm auch den Befehl gegeben, Janusc W. in der Wehlheider Gemeinschaftszelle zu töten. 

Diese Wahnvorstellungen, so Stolpmann, würden eine Aufhebung des Realitätsbezuges bedeuten. Michail I. lebe in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten, die unter dem Einfluss dieses Wahnsystems stünden. Nach Ansicht von Stolpmann könne die Krankheit behandelt werden, was aber sehr langwierig sein könne. So müsse seiner Einschätzung nach Michail I. mindestens fünf Jahre symptomfrei sein, bevor man an die Reduzierung von Medikamenten denken könne. Am Dienstag, 9. Juli, wird in dem Prozess plädiert. (tho)

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