Frau soll Kind animiert haben, Vermieter zu befriedigen

Prozess in Kassel: Filmte Mutter den Missbrauch ihrer Tochter?

Wenn sie den Vermieter sexuell befriedige, müsse sie am nächsten Tag nicht in die Schule. Das soll eine Mutter aus dem Schwalm-Eder-Kreis ihrer Tochter (12) versprochen haben.

Die 49-jährige Frau muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Kassel wegen des sexuellen Missbrauchs eines schutzbefohlenen Kindes und der Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger verantworten. Der 51-jährige Mann, dem die Mutter das Mädchen in dessen Wohnung zugeführt haben soll, ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs in mehreren Fällen angeklagt.

Seitdem das Mädchen sechs Jahre alt war, soll er wiederholt von dem Kind oral oder mit der Hand sexuell befriedigt worden sein. Die Mutter soll die Taten mit ihrem Handy fotografiert und gefilmt haben, die Dateien wurden auf dem Computer des Angeklagten sichergestellt.

Dennoch will der Mann von allem nichts mitbekommen haben. Er habe einen tiefen Schlaf gehabt, die Frau sei mit dem Kind in seine Wohnung mittels eines Schlüssels eingedrungen, den seine eigene Tochter bei der Spielkameradin vergessen hätte. „Ich habe mit der Sache nichts zu tun, ich habe in keiner Art und Weise dazu beigetragen.“ Er selbst sei als Kind vom Vater sexuell missbraucht worden, erzählte der untersetzte Mann mit der blonden Igelfrisur.

Hätte er von den Aufnahmen gewusst, die die Mieterin auf seinen Computer überspielt habe, dann hätte er sie - auch wegen sexuellen Missbrauchs an ihm - angezeigt. Der in der Logistikbranche ausschließlich in Nachtschicht arbeitende Mann bestand darauf, dass er immer einen festen Schlaf gehabt habe.

Der Mann räumte aber ein, im Jahr 2009 ein sexuelles Verhältnis zu der heute 49-Jährigen gehabt zu haben. Seit 2001 vermietete der 51-Jährige eine Wohnung in seinem Haus an die Familie des Mädchens. Das hatte sich im Jahr 2011 einer Familienhelferin anvertraut, die das Jugendamt der alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern zur Seite gestellt hatte. Die Sozialpädagogin betonte als Zeugin vor Gericht: „Das hat es sich nicht ausgedacht.“

Die heute 16-Jährige, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt, wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Seit 2004, so die Anklage, soll es mehrere Übergriffe gegeben haben. Einen, im Jahr 2009 als das Kind zehn Jahre alt war, gestand die Mutter.

Die Idee dazu sei von ihrer Tochter gekommen, die habe bei ihrem Vater immer Sexvideos geschaut. Mit dieser Begründung wälzte die 49-Jährige die Verantwortung für das Geschehen auf ihre Tochter ab. „Irgendwann hab ich nachgegeben.“ Da sei sie mit der damals Zehnjährigen zu dem nackt im Bett schlafenden Vermieter in dessen Wohnung gegangen. Der habe von alldem nichts bemerkt, unterstrich die hagere Frau mit dem schulterlangen brünetten Haar vor Gericht die Unschuld des Angeklagten. (and)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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