49-Jähriger bestreitet Taten

Prozess: Mann soll Adoptivtochter in 440 Fällen missbraucht haben

Kassel. In über 440 Fällen soll ein 49-jähriger Mann aus Kassel seine Adoptivtochter in den Jahren 2006 bis 2011 sexuell missbraucht haben.

Der Machinenbautechniker muss sich seit Montag vor der zehnten Strafkammer des Landgerichts wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen sowie des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten.

Der Angeklagte ist immer noch mit der Mutter des Mädchens, das beim angeblich ersten Missbrauch acht Jahre alt gewesen ist, verheiratet. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder und lebt getrennt.

Der Mann wies am Montagvormittag vor der Jugendschutzkammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Dreyer alle Vorwürfe der Anklage zurück. Laut Staatsanwaltschaft hat er das Mädchen in über 440 Fällen nachts im Kinderzimmer aufgesucht und das Kind sexuell missbraucht.

„Das stimmt nicht“, sagte der Angeklagte. „Das ist alles Unsinn, um mich nur loszuwerden“, sagte der Mann. Nachdem seine Adotivtochter im Jahr 2009 auf eine weiterführende Schule in Kassel gekommen sei, hätten die Schwierigkeiten mit ihr angefangen. Sie habe mit der Familie nicht mehr zusammen gegessen und sich oft in ihr Zimmer zurückgezogen.

Weil seine Adoptiv- beziehungsweise Stieftochter keinen eigenen Vater habe, habe sie ihren beiden jüngeren Halbgeschwistern auch keinen Vater gegönnt, sagte der Angeklagte über das Motiv des Mädchens, ihn angeblich falsch zu belasten.

Die mittlerweile 16-Jährige wurde am Montagnachmittag über drei Stunden vor der Strafkammer vernommen, um ihre Sicht der Dinge zu schildern - allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die 60-jährige Großmutter des Mädchens sagte aus, dass ihre Enkelin ihr im Jahr 2013 erzählt habe, was ihr Vater ihr Schlimmes angetan habe. Der Prozess wird Mittwoch fortgesetzt.

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