Nach Prozess in Kassel

Nach Urteil nun in die nächste Runde? Biologie-Professor legt Berufung ein

Vor dem Prozessauftakt: Prof. Ulrich Kutschera und sein Anwalt Markus Sittig vor dem Gerichtsgebäude in Kassel
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Vor dem Prozessauftakt: Prof. Ulrich Kutschera (links) auf den Weg ins Amtsgericht in Kassel.

Nach Prozess und Urteil: Die juristische Auseinandersetzung in Kassel über Aussagen des Biologie-Professors Ulrich Kutschera zu Homosexuellen geht wohl in die nächste Instanz.

Kassel - Ulrich Kutschera, Inhaber eines Lehrstuhls an der Universität Kassel, hat Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts in Kassel eingelegt. Das hat Mario Hirdes, Sprecher des Amtsgerichts, am Mittwoch (05.08.2020) auf Nachfrage mitgeteilt.

Der 65-jährige Biologie-Professor war am Montag (03.08.2020) vor dem Amtsgericht wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 100 Euro verurteilt worden. In zwei weiteren Anklagepunkten, dem Vorwurf der Volksverhetzung und der Fahrerflucht, wurde der Biologe indes von Richter Leyhe freigesprochen.

Nach Prozess und Urteil in Kassel: Vorwurf wegen Interview-Aussagen

In dem Verfahren gegen den 65 Jahre alten Wissenschaftler aus Kassel war es um ein Interview gegangen, das er im Juli 2017 dem österreichischen Internetportal kath.net anlässlich des Gesetzesentwurfs zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland gegeben hatte.

Die Staatsanwaltschaft Kassel warf ihm vor, in dem Interview unter dem Vorwand angeblicher „biowissenschaftlicher Fakten“ homosexuellen Personen eine grundsätzliche Neigung zum sexuellen Missbrauch von Kindern unterstellt zu haben.

Ob die Staatsanwaltschaft ebenfalls Rechtsmittel gegen das Urteil einlegt (sie hatte im Plädoyer eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 100 Euro gefordert), das ist noch offen. (use)

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