Er wurde wegen des Abgasskandals beurlaubt

VW muss freigestellten Baunataler Werkleiter nicht weiterbeschäftigen

Kassel. VW muss den im Oktober vergangenen Jahres im Zuge des Abgasskandals freigestellten Baunataler Werkleiter Falko Rudolph nicht weiterbeschäftigen.

Artikel wurde aktualisiert um 20 Uhr

Das entschied das Arbeitsgerichts Kassel am Dienstag, nachdem mehrere Gütetermine gescheitert waren.

Das Gericht sagte zur Begründung, Rudolph habe von 2006 bis 2010 als Leiter der Entwicklung der Dieselmotoren eine wichtige Funktion bekleidet. Deshalb müsse der Verdacht vermieden werden, er könne auf laufende Ermittlungen wegen des Abgasskandals Einfluss nehmen. Um die Ermittlungen selbst ging es in dem arbeitsgerichtlichen Verfahren aber nicht.

Ganz erfolglos blieb die Klage des VW-Managers, der die Leitung in Baunatal 2014 übernommen hatte, nicht: Der Konzern muss eine Abmahnung aus der Personalakte entfernen, in der Rudolph vorgeworfen wurde, an der Aufklärung des Skandals nicht mitzuwirken. Im Falle einer Kündigungsschutzklage, so Richter Eckhart Schneider, liege die Beweislast bei VW.

Darüberhinaus verurteilte das Gericht VW zur Zahlung des leistungsabhängigen Bonus’ für 2015 in Höhe von 100 000 Euro. Rudolph, dessen Gehalt mit 18 000 Euro brutto im Monat angegeben wurde, hatte im vergangenen Jahr zwar zwei andere Boni im Wert von jeweils 100 000 Euro erhalten, nicht aber den für seine persönliche Leistungsbewertung. VW-Anwältin Tina Thoms hatte argumentiert, dabei handele es sich um eine Jahresleistung, die Rudolph durch seine Freistellung bereits im Oktober nicht erbracht habe.

Laut Gericht ist in der Freistellungsvereinbarung sowohl die Fortzahlung seiner Bezüge als auch die Nutzung von Geschäftswagen festgehalten. Eine spezielle Vereinbarung zu den Bonuszahlungen gebe es aber nicht.

Das Werk in Baunatal leitet seit Januar Thorsten Jablonski. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Az: 6 Ca 147/16

Rubriklistenbild: © dpa

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