Public Viewing in Kassel: Sechs Festnahmen und eine Verletzte

Es ist nicht zu fassen: Nach dem 1:0 für Italien ist die Stimmung bei den deutschen Fans beim Public Viewing auf der Fan-Meile erst einmal dahin. 4500 Menschen sahen sich das Spiel an der Friedrich-Ebert-Straße an. Fotos: Konrad

Kassel. 6500 Menschen sahen nach Schätzungen der Polizei am Donnerstagabend das EM-Halbfinalspiel Deutschland gegen Italien bei den Public-Viewing-Veranstaltungen auf der Friedrich-Ebert-Straße und im Auestadion.

Während es bei den 2000 Zuschauern im Auestadion keinerlei Zwischenfälle gab, kam es auf der Fan-Meile auf der Friedrich-Ebert-Straße zu sechs Festnahmen. Laut Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch hatte etwa ein Mann einen Böller in die Menschenmenge geworfen. Dabei wurde eine Besucherin am Bein verletzt. Er wurde wegen gefährlicher Körperverletzung vorläufig festgenommen.

Nach der Niederlage des deutschen Teams verließ der Großteil der 4500 Menschen die Fan-Meile relativ zügig, die meisten deutschen Fans mit betrübten Mienen. Einige saßen mit gesenktem Kopf am Straßenrand. Andere wiederum nahmen die Niederlage gelassen hin, lachten und unterhielten sich mit Freunden oder machten sich einen Spaß daraus, ein Kamera-Team von der Arbeit abzuhalten.

Dafür freuten sich die italienischen Fans. Viele fuhren hupend durch die Straßen und jubelten auf der Fan-Meile - zum Unmut einiger deutscher Fans: Auf Friedrich-Ebert-Straße kam es in Richtung Innenstadt zum Zusammentreffen deutscher und italienischer Fans. Dabei setzte eine deutsche Frau nach Polizeiangaben Pfefferspray ein. Als die Frau festgenommen wurde, leistete ihr Freund Widerstand und wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen.

Public Viewing in Kassel

Widerstand hatte auch ein junger Mann bei seiner Überprüfung durch die Polizei geleistet. Er hatte zuvor mit einem Messer in der Menschenmenge hantiert. Anlässe für weitere Festnahmen waren Sachbeschädigung an einer Gaststätte und der Besitz von Marihuana. Zudem mussten laut Jungnitsch drei Besucher, die nicht an Straftaten beteiligt waren, mit Verletzungen und übermäßigem Alkoholkonsum mit dem Rettungswagen abtransportiert werden. Die Friedrich-Ebert-Straße war nach dem Spiel bis Mitternacht zwischen Ständeplatz und Goethestraße voll gesperrt.

Die große Masse der Fans habe sich jedoch nach dem Spiel friedlich verhalten, betonte Holger Weichselhöfer, der die Public-Viewing-Einsätze der Polizei leitete. „Bei 6500 Menschen gibt es immer wieder einige, die über die Stränge schlagen“, sagte er.

Im Auestadion saßen viele Besucher in der zweiten Halbzeit wie versteinert auf den Rängen. Hoffnung keimte erst wieder nach dem von Mesut Özil verwandelten Hand-Elfmeter in den Schlussminuten auf. Viele, die sich bereits auf den Heimweg machen wollten, kehrten wieder auf ihre Plätze zurück. Einige versuchten, das bittere Ende mit Fan-Hupen und Vuvuzelas doch noch abzuwenden. Dem setzte der Schluss des Schiedsrichters jedoch ein jähes Ende. (mkx)

Von Mirko Konrad

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