Die Qual der Wahl - ein Kommentar zur Panne im Kasseler Rathaus

Mit der Auszähl-Panne im Kasseler Rathaus werden Erinnerungen wach. Zum Beispiel an die Bundestagswahl im September 2002. Da musste ganz Deutschland auf die Kasseler Ergebnisse warten, weil Wahlhelfer gar nicht gekommen oder kurzerhand nach Hause gegangen waren und stapelweise Stimmzettel liegen gelassen hatten.

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Über die peinliche Panne in Kassel lachte damals die ganze Republik. Diesmal sind nicht Faulheit und Gleichgültigkeit der Helfer die Ursache des Missgeschicks, sondern das komplizierte Wahlsystem. Erst plagen sich Wähler mit 71 Kreuzchen auf dem Stimmzettel. Dann quälen sich 625 städtische Mitarbeiter mit dem Auszählen von fast vier Millionen kumulierter und panaschierter Einzelstimmen.

Dass dabei nicht noch viel mehr Fehler passieren, zeugt von solider Zählarbeit. Mit dem neuen Wahlsystem haben wir uns auch ein paar Nachteile eingehandelt: Grotesk große Wahlzettel, mehr Kosten, mehr Arbeit, mehr Fehlerquellen. Aber das muss uns ein Stück mehr direkte Demokratie wert sein.

Von Jörg Steinbach

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