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Radclub ADFC kritisiert die KVG-Reform für Kassel als Rückschritt

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Von: Andreas Hermann

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Kassel. Mit großer Sorge betrachtet der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Kassel Stadt und Land die KVG-Liniennetzreform.

Würden die Pläne umgesetzt, bliebe beim Busnetz kein Stein auf dem anderen, meinte Jürgen Vöckel vom ADFC-Kreisvorstand.

26 Haltestellen würden nach den Plänen gar nicht mehr und weitere 18 nur noch mit Anruf-Sammel-Taxen angefahren. Da diese Haltestellen fast ausnahmslos in den am Stadtrand gelegenen Stadtteilen liegen, würden viele Bürger wieder auf das Auto zurückgreifen und die Belastungen durch den Autoverkehr wieder steigen. Vöckel: „Bei der dauerhaften Grenzwertüberschreitung bei Stickoxiden und der gesundheitsschädigenden Feinstaubbelastung ist dies aus ökologischer Sicht eine absolute Katastrophe.“

Jürgen Vöckel
Jürgen Vöckel

Schlimmer noch als Abgase und Lärm sei für die Radfahrer die stark steigende Gefahr durch den dichteren Autoverkehr. Radpendler, die gerade auf das Fahrrad umgestiegen seien, würden wieder das Auto nehmen. „Ein Teufelskreis, der den gerade einsetzenden positiven Trend hin zur Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel wieder abwürgt“, sagte Vöckel.

Pläne ganz neu entwickeln

Die KVG-Netzreform werde die Entwicklung der Stadt um Jahrzehnte zurückwerfen. Magistrat und Stadtverordnete müssten sich fragen lassen, ob sie diese Einschränkung der Mobilität und Lebensqualität zulassen wollten.

Die KVG verwandele ein gutes Nahverkehrsangebot in ein Abbruchunternehmen. Wenn man dann noch bedenke, so Vöckel, dass die KVG selbst mit sinkenden Fahrgastzahlen und Einnahmeverlusten in den ersten Jahren rechne, müsse man nach dem Sinn der „Reform“ fragen. Die Politik müsse die KVG beauftragen, ihre Vorstellungen grundlegend neu zu entwickeln.

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