Vermehrt E-Bikes gestohlen

Raddiebe in Kassel auf Vormarsch: So wird das Fahrrad sicher abgestellt

Vorbildlich: Jürgen Wicke schließt sein Rad mit einem Schloss an einem festen Fahrradständer vor der Musikschule Kassel am Karlsplatz ab. Foto:  Koch

Kassel. Die Zahl der Fahrraddiebstähle in der Stadt Kassel hat seit 2014 zugenommen. Die Kriminalstatistik weist für das vergangene Jahr 741 gestohlene Fahrräder in der Stadt aus.

2013 wurden 599 gestohlen. Von den im vergangenen Jahr gestohlenen Rädern sind 611 Fahrräder (2013: 478) besonders gegen Diebstahl gesichert gewesen, so Polizeisprecher Torsten Werner.

Die Täter knackten dabei ein Schloss oder entwendeten das Fahrrad aus einem verschlossenen Raum. Nicht selten hätten die Diebe dabei leichtes Spiel. Häufig seien Fahrräder nur mit einem qualitativ schlechten Schloss gesichert, nicht an einem festen, unbeweglichen Gegenstand angeschlossen oder in einem Kellerverschlag mit einfachen Schließriegel abgestellt gewesen.

Am vergangenen Samstag stahl ein unbekannter Täter zum Beispiel ein E-Bike aus der Waschküche eines Mehrfamilienhauses an der Blücherstraße (Unterneustadt). Der Besitzer des Pedelec, Hersteller Recker, Typ Una-Elektro, hatte es am Samstag gegen 10 Uhr dort abgestellt, ohne es zu sichern. Das orangefarbene E-Bike war gegen 15.30 Uhr nicht mehr an seinem Platz. Die Suche nach dem mehrere Hundert Euro teuren Zweirad verlief bislang ohne Erfolg.

Über ein Dutzend im Monat

Kein Einzelfall: Die bei der Polizei angezeigten Fälle, bei denen Fahrräder aus Keller gestohlen werden, bewegten sich in der Stadt in diesem Jahr auf gleichbleibendem Niveau. Über ein Dutzend Fahrräder, darunter auch E-Bikes, würden pro Monat aus Kellern gestohlen.

Die Polizei appelliert deshalb an alle Fahrradbesitzer, ihr Eigentum besser zu schützen:

• Verwenden Sie nur hochwertige Schlösser

• Schließen Sie ihr Fahrrad an festen, unbeweglichen Gegenständen ab

• Schlecht gesicherte Kellerverschläge bieten keinen ausreichenden Schutz gegen Diebstahl

• Haustüren, insbesondere bei Mehrfamilienhäusern, sollten verschlossen sein

• Achten Sie auf Unbekannte im Haus und sprechen Sie sie gegebenenfalls an

Neben den Sicherungshinweisen ist der Kasseler Polizei ein ganz besonderes Anliegen, dass die Eigentümer sich beim Erwerb des Rads Notizen und Fotos vom Fahrrad machen. Nicht selten könnten Opfer ihre gestohlenen Fahrräder nur unzureichend beschreiben. Fehlende Rahmennummern und Angaben zur Ausstattung erschwerten die Fahndung.

Fahrradpass-App

Beim Kauf eines Fahrrads stellten viele Händler auch einen herstellerseitigen oder polizeilichen Fahrradpass aus. Wer ein Smartphone besitzt, kann die kostenlose Fahrradpass-App der Polizei für iPhones und Android-Smartphones nutzen. Mit dieser lassen sich alle Daten, die wichtig sind, um ein Fahrrad zu identifizieren, speichern und im Notfall ausdrucken oder per Mail verschicken, zum Beispiel an die Polizei beziehungsweise den Versicherer.

Die FAHRRADPASS-App ist kostenlos im App Storebeziehungsweise im Google play Store herunterladbar.

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